{"id":100,"date":"2006-06-23T21:34:02","date_gmt":"2006-06-23T20:34:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=100"},"modified":"2006-06-29T09:31:21","modified_gmt":"2006-06-29T08:31:21","slug":"ausbildungswoche-engadin-tag-5-freitag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2006-100\/ausbildungswoche-engadin-tag-5-freitag\/","title":{"rendered":"Ausbildungswoche Engadin (Tag 5, Freitag)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"Gletscherspalte\" id=\"image99\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/06\/tag6.jpg\" \/><\/p>\n<p>Das grosse Finale. Piz Pal&#252;, knapp 4000 Meter. Morgens um halb vier stehen wir auf. Beim Fr&#252;hst&#252;ck ists meist ziemlich ruhig. Man wacht langsam auf, denkt &#252;ber den kommenden Tag nach und ist froh, nicht links und rechts viel quatschen zu m&#252;ssen. Meine Devise heisst eh: Langsam starten &#8230;<\/p>\n<p>Keine Lust zum lesen? <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/66391969@N00\/sets\/72157594179067675\/\">Hier gibts die Bilder<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Leider wollte Sven nicht mitkommen, weil er sich auf dem Eis nicht richtig wohl f&#252;hlte. Schade, aber auch mutig, sich in der Gruppe zu \u00abouten\u00bb und stark genug zu sein um auch mal nein zu sagen. Als mich Olav an den F&#252;ssen stubst um mich zu wecken bin ich ein ganz kleines Momentchen auf Sven eifers&#252;chtig, weil er nat&#252;rlich noch nicht aus den Federn muss. Daf&#252;r steht uns ein grosses Abenteuer bevor. Ich empfinde es auf jeden Fall so. Ich denke niemand aus unserem Gr&#252;ppchen nimmt diese Tour so easy hin. Alle sind etwas nerv&#246;s und gespannt was sie erwartet. Arno Caj&#246;ri, ein zweiter Bergf&#252;hrer ist gestern Abend noch hochgekommen um die zweite Seilschaft zu f&#252;hren.<\/p>\n<p>Wir starten also fast p&#252;nktlich um kurz nach halb 5. Es d&#228;mmert gerade. Eine gute Stunde gehts &#252;ber Stock und Stein, Schneefelder und Ger&#246;llhalden bis zum Gletscher. Langsam f&#252;hlen wir uns wohl. Mein stechender Schmerz am Kn&#246;chel ist heute zum ersten Mal ertr&#228;glich und nicht mehr sehr st&#246;rend. Was bin ich froh. Schon richtig routiniert legen wir den Klettergurt an. Das Gnuusch mit verdrehten Beinen oder B&#228;ndeln hat man langsam im Griff. Der gesteckte Achter bietet keinerlei Probleme mehr, sogar das Seilverk&#252;rzen funktioniert ohne weiteres &#8230; bis auf den verdammten Spirenstich, den ich einmal hinkriege beim n&#228;chsten Mal wieder an der letzten Schleife verzweifle. Die Verh&#228;ltnisse auf dem Gletscher sind leicht besser als vor zwei Tagen, aber auch hier sinken wir immer wieder tief ein. Nach gut 3 Stunden erreichen wir den Schnapsboden. Wir haben schon eine grosse Fl&#228;che traversiert und sind durch einen ersten Eisabbruch durch. Nun kommt endlich die Sonne hinter dem Berg hervor und man ist wieder im Clinch, Jacke an oder aus. Der Wechsel zwischen Hitze und schwitzen im Aufstieg zu eisiger K&#228;lte und Wind passiert hier oben so schnell. Kurzes P&#228;uschen zum pinkeln und Teetrinken und weiter gehts. Noch ein Blick zur&#252;ck in die schon weit zur&#252;ckliegende Diavolezza. Je nach Verh&#228;ltnissen laufen wir am kurzen oder langen Seil. Extrem steile St&#252;cke wechseln mit wieder angenehmeren Steigungen ab. In den grossen Abbr&#252;chen f&#252;hrt die Route kreuz und quer durch den Gletscher und &#228;ndert sich auch st&#228;ndig. Eine grosse Spalte ist dank einem Bretterrost direkt &#252;berquerbar. Werner meint, dass die nicht mehr lange lange genug ist *lach*! Die Luft auf &#252;ber 3500 Metern ist schon recht d&#252;nn, aber wir passen das Tempo den Verh&#228;ltnissen an.<\/p>\n<p>Zwischen grossen Eisschollen sacke ich mal wieder ab und mein Vorderbein s&#228;uft bis &#252;ber den Oberschenkel ein. M&#252;hsam versuche ich mich rauszuhebeln, mit dem Erfolg, dass ich mit dem anderen Bein genauso tief einbreche und da staun ich net schlecht, als ich pl&#246;tzlich merke, dass ich meine F&#252;sse im Loch baumeln lassen kann. Da wird man dann doch mal nerv&#246;s und ich fordere Martin vor mir ziemlich forsch auf, doch bitte das Seil zu spannen. Aber alles geht gut. Die Br&#252;cke h&#228;lt, ich puhle mich aus dem Schnee und wir laufen bis unter den Ostgrat des Ostgipfels. Dort deponieren wir unsere Rucks&#228;cke und nehmen nur noch nen Apfel und was kleines zum Essen mit. Leider spielt das Wetter nicht mit und Bernina und Pal&#252; h&#252;llen sich oben in Wolken. Der Schnee ist auch hier oben schon komplett durchweicht. Wir steigen &#252;ber eine unten eisige, weiter oben teils mit viel Nassschnee bedeckte Eiswand zum Grat hoch. Es war ganz gut, dass wir das gestern auf dem Morteratsch ein bisschen ge&#252;bt haben. Ich f&#252;hle mich eigentlich recht sicher. Nur rumgucken geht bei solchen Touren nimmer. Wenn man sich nicht total auf seine Schritte konzentriert verliert man schnell mal das Gleichgewicht und des muss hier oben an solch ausgesetzten Stellen wirklich nicht sein. Wenn man kurz rumgucken will muss man erst einen guten Stand haben. Aber in einer 3er-Seilschaft kann man auch nicht die ganze Zeit seine Kameraden anhalten. Konzentriert sein, auf den Boden schauen und sich auf die F&#252;sse fixieren ist hier oben so wichtig. Die letzten Meter hoch zum Gipfel f&#252;hren &#252;ber den verschneiten Grat. Herrlich, das macht Spass und es ist unheimlich eindr&#252;cklich.<\/p>\n<p>Oben gratuliert man sich dann. Nicht nur wir, auch die anderen Leuts die unterwegs sind tun das. Aha, hab ich net gewusst. Zuerst dachte ich das machen nur wir Greenhorns. Leider gehen wir nicht mehr weiter zum Hauptgipfel. Arno und Werner meinen dass die Verh&#228;ltnisse f&#252;r den Abstieg immer schlechter werden und wir nicht zu viel Zeit hier oben verbringen, sondern eher wieder zur&#252;ck in die Diavolezza gehen sollten. Schade, schade. Wir stimmen nat&#252;rlich zu, aber es juckt uns doch alle ziemlich. Und nat&#252;rlich &#228;rgern wir uns auch, dass wir die Aussicht nicht geniessen k&#246;nnen, da die Bergspitzen immer noch in den Wolken liegen. Also: Same way back. Bis zum Rucksacklager ist die Route sehr steil und exponiert. Wir versuchen das gestern gelernte umzusetzen und haken unsere Eisen richtig fest ins Eis. Werner l&#228;sst mich und Martin vorw&#228;rts am kurzen Seil absteigen. Arno ist etwas vorsichtiger und C\u00e9cile und Olav nehmen Teile der Strecke mit Eisschrauben gesichert und r&#252;ckw&#228;rtsabsteigend in Angriff. Der &#252;brige Abstieg zur&#252;ck zur Diavolezza verl&#228;uft reibungslos und die Verh&#228;ltnisse sind besser als erwartet. Ziemlich m&#252;de, aber happy geniessen wir den wundersch&#246;nen Sommertag draussen auf der Terasse der Diavolezza-Bergstation und k&#246;nnen uns an der imposanten Kulisse nicht sattsehen.<\/p>\n<p>Der kr&#246;nende Abschluss war beim Nachtessen erst mal ne gute Flasche Wein, mit der wir unsere eigene Leistung belohnten und das Spiel der Schweizer Nati auf Grossleinwand. So geht das Malloni!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das grosse Finale. Piz Pal&#252;, knapp 4000 Meter. Morgens um halb vier stehen wir auf. Beim Fr&#252;hst&#252;ck ists meist ziemlich ruhig. Man wacht langsam auf, denkt &#252;ber den kommenden Tag nach und ist froh, nicht links und rechts viel quatschen zu m&#252;ssen. Meine Devise heisst eh: Langsam starten &#8230; Keine Lust zum lesen? 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