{"id":161,"date":"2006-09-10T19:57:44","date_gmt":"2006-09-10T18:57:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=161"},"modified":"2006-10-26T14:26:29","modified_gmt":"2006-10-26T13:26:29","slug":"von-0-auf-200-in-4-sekunden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2006-161\/von-0-auf-200-in-4-sekunden\/","title":{"rendered":"Von 0 auf 200 in 4 Sekunden"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"Fallschirmgumpe\" id=\"image191\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/10\/falschirmspringe.jpg\" \/><\/p>\n<p>Freeeeeeeeefall zum Zweiten. Wir taten es wieder. Nicht das ich behaupten m&#246;chte dass beim zweiten Mal schon Routine einkehrt, aber die nerv&#246;se Phase war doch deutlich k&#252;rzer. Beim diesj&#228;hrigen Himmelh&#252;pfen dominierte der Eggenberger Clan deutlich. Sechs von sieben wagten schliesslich den Schritt ins Leere, 4000 Meter &#252;ber der Magadino-Ebene. Silvia, d&#252;rften wir nun auch genug angefixt haben, dass sie sich im n&#228;chsten Jahr auch ihr Porti&#246;nchen Adrenalin durch den K&#246;rper pumpen l&#228;sst. Da bin ich mir sicher, gell Silvie? ;-)<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Flying Bamboos\" id=\"image192\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/10\/flying_bamboos.jpg\" \/><br \/>\nF&#252;r Gucker, wie immer hier schon mal <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/66391969@N00\/sets\/72157594279936107\/\">die Bilder bei Flickr<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im Vergleich zum letzten Jahr, meinem ersten Tandemsprung, waren die Verh&#228;ltnisse dieses Jahr perfekt. Bei strahlendem Sp&#228;tsommerwetter trafen wir direkt von Z&#252;rich, um die Mittagszeit im Para Centro ein. Die St. Galler Fraktion erwartete uns schon. Alle unserer Gruppe waren schon mal gesprungen: Barbara unser Routinier tat es schon zum <strike>vierten<\/strike> f&#252;nften Mal (wow, das sind ja schon &#252;ber 3 Minuten Freifall), Jacqueline sprang auch schon zweimal. Auch Daddy J&#252;rg und Bruder Simon waren keine Neulinge und Lukas hat sogar schon mal einen Alleinsprung gewagt. Also, zu den Pappnasen kann man uns wirklich nicht mehr z&#228;hlen. Man kennt das Prozedere. Zettelchen ausf&#252;llen, Kohle abdr&#252;cken und ab zum 500 Meter Lauf, rein in die blau-roten Overalls und ganz wichtig &#8211; Bauch einziehn, weil der sieht darin wirklich Scheisse aus. Die Teile sind ziemlich k&#246;rperbetont. Danach setzt man sich unter einen schattigen Baum und passt nochmal brav auf, wie das ganze Prozedere abl&#228;uft. Auf Fotos werden die verschiedenen Phasen erkl&#228;rt, danach gehts noch schnell zum Dehnen auf die schwarze Gummimatte. N&#246;, Mist, hier wird nochmal gecheckt, dass man in der Luft die richtige Haltung hat und der Tandemmaster korrigiert bei den meisten nochmal ein bisschen an der Armstellung die man im freien Fall einnehmen sollte.<\/p>\n<p>Unsere Gruppe ist zu gross. Es k&#246;nnen jeweils nur 4 miteinander springen und so teilen wir uns auf. Ich setz mich mit Lukas zu den M&#228;dels in die erste Maschine. Jeder setzt sich vor seinen Master of Desaster und wird von ihm dann gleich an sich geschnallt. Erst noch recht locker, aber nach dem letzten Check kurz vor dem Ausstieg wird man richtig fest an seinen Hintermann gezurrt. Die Maschine startet Richtung See, fliegt eine Rechtskehre &#252;bers Maggiatal zur&#252;ck nach Bellinzona. Die Aussicht ist phantastisch. Bei Bellinzona wird nochmal gewendet und &#252;ber dem Para Centro sind wir dann auf knapp 4000 Meter. Lukas geht als erster. Keck im R&#252;ckw&#228;rtssalto, danach bin ich an der Reihe. Ich habe beim Steigflug Sacha erz&#228;hlt, dass ich das letzte Mal im freien Fall nicht schnaufen konnte. Er gibt mir Tipps und die nehm ich mir wirklich zu Herzen, da die Atemnot beim letzten Sprung mein gr&#246;sster Stressfaktor war und ich den freien Fall nicht wirklich geniessen konnte. Also einfach Luft rausdr&#252;cken und schreien! Dann gehts pl&#246;tzlich ganz schnell. Lukas ist schon weg und Sacha schiebt mich zur offenen T&#252;re. Ich lasse brav meine Beine baumeln und warte auf sein Kommando. \u00abAlles ok?\u00bb fragt er und ich bejahe, denke nochmal kurz, was f&#252;r ein Arsch ich eigentlich bin und was ich &#252;berhaupt hier 4000 Meter &#252;ber dem Boden in einer offenen Flugzeugt&#252;re verloren haaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa &#8230;<\/p>\n<p>&#8230; Luft! Pressen! Schreien! Ich falle. Es klappt! Ich atme! Geil.<\/p>\n<p>Sacha hat mir auf dem Steigflug noch erk&#228;rt dass man eigentlich nur w&#228;hrend knapp 4 Sekunden das Gef&#252;hl des Fallens hat. Das ist die Zeit der Beschleunigung, danach ist dieses Feeling weg und man liegt wie auf einem Luftkissen. Ich habs ja schon mal gemacht, aber richtig bewusst war mir das nicht, aber es stimmt. Ich geniesse den Flug. Jede Sekunde kostet zwar einen Stutz (wenn man die 40 Sekunden Freifall rechnet), aber da denke ich in diesem Moment nat&#252;rlich nicht dran. Ich bin begeistert. Ich atme, relativ locker, hab Zeit zum rumschauen. Sacha dreht ein paar Kreise mit mir. Das Feeling ist unglaublich. Ich hab keine Ahnung ob ich &#252;berhaupt schreien kann, die Luftger&#228;usche bei 200 sind extrem, der Luftwiderstand ist auch nicht ohne. Und falls das mit dem schreien &#252;berhaupt geht, fliegt man dem Schall je eh davon. Die 40 Sekunden sind nach 10 Sekunden vorbei! Scheisse, schon tippt mir Sacha auf die Schulter und der Flug wird rapide gestoppt. Ruhe. Gl&#252;cksgef&#252;hle. Die Welt ist sch&#246;n. Man kann wieder sprechen miteinander. Ich m&#246;chte noch ein paar Kreisel fliegen und bitte Sacha darum. Hossa, da geht die Post gleich nochmal ab. Dreimal linksrum, dreimal Rechtsrum. Er gibt mir die Steuergurte in die Hand. Scheint ganz easy zu sein. Zieh ich links, gehts nach links, zieh ich rechts drehts nach rechts. Zieh ich fester, gehts Richtung Schwindelgef&#252;hl oder tr&#252;mmliges Kettenkarrusell. Den Flug am Schirm geniesse ich genauso wie den freien Fall. Es sind zwei ganz unterschiedliche Welten, das eine ist Action, L&#228;rm, Adrenalin, das zweite Genuss in absoluter Stille, ruhige Bewegungen, schweben. Ausser dass man wie eine alte Birne ziemlich d&#228;mlich an einem M&#228;nnchen vornedran h&#228;ngt ist alles ok. Der Landeanflug versibbert Sacha ein bisschen. Wir kommen zu steil und zu schnell runter. Ich schaffs nicht zu laufen und knicke grad ein und falle um. Aber easy, nix passiert.<br \/>\nNachdem J&#252;rg und Simon mit der n&#228;chsten Staffel hoch sind und ihre H&#252;pfer auch noch absolviert haben, belohnen uns die M&#228;dels mit eisgek&#252;hltem Prosecco. Wir bleiben noch ein ganzes Weilchen im Centro und beobachten den regen Betrieb. Die Maschinen fliegen nonstop. Gegen F&#252;nf verabschiedet sich Simon dann leider schon wieder von uns. Ein echter \u00abHopp sanggalll&#228;\u00ab-Fan muss Priorit&#228;ten setzen und seine Jungs im Espenmoos unterst&#252;tzen. Ich verstehs &#8211; irgendwie *lach* und heute kann ich sagen, es hat sich gelohnt. Er hat St. Gallen zum Sieg gef&#252;hrt (1:0 gegen Luzern), also ist das fr&#252;he Abtreten entschuldigt ;-)<\/p>\n<p>Wir verlassen das Centro auch und besuchen unseren Vodoogott Gregi, den Hotelier des Bamboohouse. Leider hat er dieses Jahr das Haus mit einer geschlossenen Geschellschaft v&#246;llig ausgebucht und die Reservationsbem&#252;hungen von Barbara mit bekannt kurzem Mail beantwortet und abgesagt. Heikle Szene, sein Resti macht gem&#228;ss einem Anschlag wegen seiner Gesellschaft um 5 zu, aber unser Bambook&#246;nig l&#228;sst Gnade walten und wir bekommen sogar zum verdienten Bier noch ein leckeres Tessinerpl&#228;ttli. Keine Bange. N&#228;chstes Jahr klopfen wir wieder an. Ich bin mir da ganz sicher. Den lassen wir nicht einfach so davon kommen.<\/p>\n<p>Der Rest des Weekends ist dann schnell erkl&#228;rt. Lukas hat uns in der Pensione M&#252;ller in Locarno Monti dann drei Doppelzimmer reserviert. Ein schmuckes, einfaches, kleines Hotel mit einer phantastischen Aussicht auf Locarno, den See und die Berge. Zum Znacht gehts wieder wie letztes Jahr ins Grotto nach Ascona und nach einem Absacker in der Piraten Bar unten an der Promenade, leicht schwankend zur&#252;ck ins Hotel. J&#252;rg und Silvia bekommen die Gartenlaube, ein K&#228;mmerchen mit klitzekleinem Fenster. Ich finds noch irgendwie romantisch, aber ist wohl stickig heiss, so dass die beiden bei offener T&#252;r schlafen m&#252;ssen. Vor diesem Privat-Gemach sitzen wir noch 2 Stunden unter den Kiwis am Steintisch und geniessen die laue Nacht.<\/p>\n<p>Am Sonntag schaffens Barbara und ich grade noch zum Fr&#252;hst&#252;ck. Obwohl schon ne halbe Stunde dr&#252;ber, d&#252;rfen wir noch von allem naschen und kriegen auch noch \u00abgut warmen\u00bb Kaffee. Der letzte Abend war ziemlich anstrengend und so beschliessen wir alle, dass wir den Sonntag ruhig und relaxed am See verbringen. Herrlich! Ich liebe solche Tage. Alle leicht ermattet und m&#252;de. Wir fl&#228;zen am See rum bis gegen sieben und machen uns dann schweren Herzens wieder auf den Heimweg. Ein Traumweekend. Ich freu mich schon aufs n&#228;chste Jahr. Danke f&#252;rs organisieren, Babs und merci f&#252;rs fahren, Jackie. Und &#252;berhaupt, danke euch allen! Ich geh jetzt schlafen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Freeeeeeeeefall zum Zweiten. Wir taten es wieder. Nicht das ich behaupten m&#246;chte dass beim zweiten Mal schon Routine einkehrt, aber die nerv&#246;se Phase war doch deutlich k&#252;rzer. Beim diesj&#228;hrigen Himmelh&#252;pfen dominierte der Eggenberger Clan deutlich. Sechs von sieben wagten schliesslich den Schritt ins Leere, 4000 Meter &#252;ber der Magadino-Ebene. Silvia, d&#252;rften wir nun auch genug [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=161"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/161\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=161"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=161"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=161"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}