{"id":2060,"date":"2015-01-12T21:42:56","date_gmt":"2015-01-12T20:42:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=2060"},"modified":"2015-01-12T22:49:42","modified_gmt":"2015-01-12T21:49:42","slug":"sansibar-tag-18-12-januar-2015","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2015-2060\/sansibar-tag-18-12-januar-2015\/","title":{"rendered":"Sansibar \u2013 Tag 18 \u2013 12. Januar 2015"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2065\" title=\"Day-18---Nungwi\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Nungwi.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Nungwi.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Nungwi-300x228.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p>Ich wache auf, weil ich aufs Klo muss und durstig und leicht verkatert bin. M&#246;chte eigentlich nur schnell Pipi und dann wieder unters Netz, aber als ich die K&#252;che komme ist Siti hinter Barbaras Basttaschen am Maus jagen. Wie eine Irre fingert sie unter und neben den Taschen herum. Ich hebe die Taschen hoch, um zu sehen, ob da ein K&#228;fer oder sonst was drin ist, kann aber nichts sehen. Die Katze gibt aber nicht auf und greift immer wieder wie wild die Taschen an und wirft sie um, bis ich ein leises piepsen h&#246;re und beim erneuten hochheben eine kleine Maus entdecke, die versch&#252;chtert in der Ecke sitzt. Siti greift nochmal nach ihr, packt sie aber nicht richtig und so rette ich das arme kleine Kn&#228;uel, das sich am Besen festh&#228;lt, den ihr \u00abreiche\u00bb und bef&#246;rdere sie nach draussen. Nach dieser Aktion bin ich dann aber schon so wach, dass ich nicht mehr ins Bett gehe, sondern in den Undies in die K&#252;che sitze und ein bisschen schreibe und die frische Morgenluft geniesse, die um mich bl&#228;st.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2066\" title=\"Day-18---Haustiger\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Haustiger.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"293\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Haustiger.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Haustiger-300x204.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p>Zum Fr&#252;hst&#252;ck werde ich dann wieder mit frischen Omletten verw&#246;hnt. King wollte Brot holen, aber die B&#228;ckerei hat heute geschlossen. Sansibar feiert heute seinen Unabh&#228;ngigkeitstag und deshalb sind nicht alle Gesch&#228;fte ge&#246;ffnet. Draussen wird es schnell wieder heiss. Es ist wolkenlos und hier steht ein gem&#252;tlicher Homeday an. Barbara streicht den gestern geschrubbten Tisch und die B&#228;nke mit Versiegler, ich widme mich wie immer meinem Blog, &#252;berlese den letzten Tag nochmal und suche ein paar Bilder zusammen, die ich an den vergangenen Tagen auf dem iPad nicht hochladen konnte und hole den gestrigen Tag auch gleich noch nach. Zwischendurch steht noch schweisstreibendes Kaffeemahlen an. Klingt seltsam, ist aber so, dass man hier auf der Insel sogar beim Kaffeemahlen ins Schwitzen kommt. Die Frauen haben eine Mini-N&#228;hmaschine hervorgezaubert und Barbara n&#228;ht damit geduldig die neuen Vorh&#228;nge von Malou. Sie hat sich in Tanga auf dem Markt neuen Stoff gekauft, der auf dem Festland ein vielfaches billiger ist, als hier auf der Insel. Ihre alten Vorh&#228;nge sind zum Teil kaputt und sie wollte sie auffrischen. Irgendwie flutscht der Tag heute einfach so durch. Ich sitze mal drinnen, mal draussen und geniesse die Ruhe und die entspannte Athmosph&#228;re im Haus und dem wundersch&#246;nen Garten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2067\" title=\"Day-18---N&#228;herin\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-N&#228;herin.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"293\" \/><\/p>\n<p>Um f&#252;nf mache ich mich mit Barbara, Malou und King auf ihre letzte Kinder-Besuchsrunde auf. Sie haben auf ihrer langen Liste immer noch einge Kinder nicht besucht, denen sie die Schulhefte bringen m&#246;chten. Von den vor allem j&#252;ngeren Kindern m&#246;chten sie auch aktuelle Fotos f&#252;r die Website schiessen, weil einige von ihnen in den letzten Jahren gewachsen sind und sich auch ver&#228;ndert haben. King steuert uns zielsicher von einem Haus zum n&#228;chsten. Am Anfang der Tour kommen wir noch beim Schreiner vorbei, bei dem die M&#228;dels die Schulb&#228;nke bestellt haben. Die Werkstatt ist klein und einfach. Handarbeit von A-Z. Der Chef s&#228;gt mit dem Fuchsschwanz die Bretter zur&#252;ckt, ein Helfer sitzt am Boden im Staub und Holzsp&#228;nen und schl&#228;gt mit dem Stechbeitel Nuten in Tischbeine. Ein kurzer Schwatz, ein freundliches Hallo und Adjeu und nur ein paar Hausecken weiter stehen wir vor dem ersten Haus eines Maisha-Kindes. King klopft an die T&#252;ren, der kleinen, einfachen H&#252;ttchen, ruft irgendwas hinein. Schnell sind immer ein paar Kinder um uns geschart. Bei den einen treten die Frauen mit ihren Kindern auf die Strasse, bei anderen d&#252;rfen wir eintreten. Es ist f&#252;r uns kaum vorstellbar, wie die Einheimischen hier wohnen. Dunkle kleine R&#228;ume. M&#246;bel sieht man eigentlich nicht. Oft hat es einen kleinen Innenhof. Die B&#246;den sind meist nicht mal zementiert. Korallensteinhubbels scheinen hier nicht zu st&#246;ren. Viele Kinder tragen ziemlich zerschlissene Kleider. Ich mag hier nicht fotografieren, obwohl ich es sehr gerne t&#228;te, komme mir als Weisser, der in diese Welt eintreten darf einfach nicht gut vor bei dem Gedanken und m&#246;chte auch nicht fragen, auch wenn ich sicher bin, dass wenn ich fragen w&#252;rde, vielleicht sogar die Einwilligung kriegen w&#252;rde. So bleiben diese Bilder in dem Fall nur in meinem Kopf gespeichert. Es ist auch spannend zu sehen, wie verschieden die Schwarzen reagieren. Manche schauen mich kaum an, andere l&#228;cheln freudlich. Ich hoffe, dass ich mit einem L&#228;cheln im Gesicht ihnen nicht als schaulustiger Eindringling vorkomme, sondern einfach als weisser Gast ihre Gastfreundschaft dankend annehmen darf. So spazieren wir fast eineinhalb Stunden durch die staubigen G&#228;sschen von Nungwi und ich laufe mal wieder staunend den M&#228;dels und King hinterher.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2068\" title=\"Day-18---Schreiner\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Schreiner.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Schreiner.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Schreiner-300x228.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2069\" title=\"Day-18---Kids-und-Malou\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Kids-und-Malou.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Kids-und-Malou.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Kids-und-Malou-300x228.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p>Ein wundervoll orange leuchtendender Sonnenball verschwindet gerade hinter den H&#228;usern, als wir wieder zuhause sind. Wir m&#252;ssen uns etwas beeilen, weil wir bei Sele im Langi Langi einen Tisch reserviert haben und nat&#252;rlich noch schnell unter die Dusche m&#246;chten, weil wir alle vom Spaziergang durch Nungwi und dem heissen Tag verschwitzt sind. Den Weg ins Langi Langi kenn ich inzwischen auch&#8230; gut, sind auch nur ein paar Hausecken. Wir haben einen Tisch auf der Terasse reserviert. Die Flut ist grade ziemlich hoch und manchmal spritzt die Gischt sogar durch den Lattenboden der Terrasse an unsere Beine. Seit Tagen haben mir Barbara und Malou von der guten K&#252;che im Langi Langi vorgeschw&#228;rmt und ich bin gespannt was mich erwartet. Der Nachtteil hier sei einzig, dass man immer lange auf das Essen warten m&#252;sse. Heute ist aber alles anders. Wir warten keine Viertelstunde bis das Essen serviert wird. Wir sind alle sehr hungrig, gabs heute doch keinen Snack oder Mittagessen. Ich bin froh um den frischen Mango-Bananen Fruchtsaft den ich vorweg bestelle. Diese Dinger, wenn frisch gemacht, sind eine Wucht. Erfrischend und wahre Geschmacksbomben, die nach s&#252;ssen und reifen Fr&#252;chten schmecken. Zum Essen bestell ich mir ein Prawns-Curry mit Reis, dazu noch einen Sansibar Salat. Ein Mix aus Zwiebeln, viel Zwiebeln ;-) Tomaten und Peperoni. Herrlich, wie frisch das hier schmeckt. Die Zwiebeln sind nicht scharf sondern wunderbar fein, der Schuss Limonensaft, anstelle von Essig ist herrlich erfrischend. Das Curry ist wunderbar mild und sehr gut. Ich probiere von Barbaras Shrimps Masala: es ist auch lecker, hat eine sch&#246;ne Sch&#228;rfe, schmeckt mir aber nicht ganz so gut, wie mein Curry. Malou hat ein Sansibar Beef bestellt. Es ist &#228;hnlich, wie das Geschnetzelte, dass wir gestern zum probieren bekommen haben und ist auch sehr gut. Ob ich bei dieser K&#252;che, die mich hier wirklich entz&#252;ckt es schaffe, ein oder zwei Kil&#246;chen abzunehmen, wage ich langsam zu bezweifeln. Aber irgenwie ist mir das im Moment auch ziemlich schnuppe. Man muss manchmal eben die Priorit&#228;ten woanders setzen ;-) Als wir das Restaurant verlassen m&#246;chten, steht die halbe Crew inklusive Sele am Ausgang Spalier. Wir kommen mit dem Rastamann ins Gespr&#228;ch. Ein wahrer Lebensk&#252;nstler, der gerne redet und eine tolle Ausstrahlung hat. Immer ein L&#228;cheln im Gesicht, einer jener Menschen, von denen man den Eindruck, dass sie nichts aus der Ruhe bringt, obwohl er bestimmt ein rechter Krampfer ist, denn mir wird erst bewusst, was f&#252;r eine grosse Anlage er sich hier aufgebaut hat, als er uns noch etwas herum f&#252;hrt. Er m&#246;chte uns noch seinen Garten zeigen, wo er stolz erz&#228;hlt, dass er seit kurzem hier irgendwelche Rehartige putzige Tierchen h&#228;lt. Leider bekommen wir sie nicht zu Gesicht, aber mich haut seine fast urwald&#228;hnliche Gartenanlage um die herum seine Appartements gebaut sind fast um. Wunderbar gepflegt und wildromantisch. M&#252;sste ich hier in Nungwi mal in ein Hotel, w&#228;r das ab sofort meine erste Wahl. Es ist die erste Anlage, die mich richtig begeistert und wo ich sofort ein Zimmer buchen w&#252;rde. Es ist spannend, diesem sympatischen Lebensk&#252;nstler zuzuh&#246;ren, der ein so offener Mensch ist. Da w&#252;rd ich mir gerne ein St&#252;ckchen seines Charismas abschneiden, auch wenn ich ihn bis heute Abend nur zweimal kurz zum Hallosagen gesehen habe und ihn nun ein paar Minuten mit den M&#228;dels hab erz&#228;hlen h&#246;ren. Er schenkt uns dann noch ein frisch gebackenes Brot, dass die Frauen so gerne haben und als er dann fr&#228;gt, ob wir gerne Marmelade haben, kann ich seine Frage nat&#252;rlich nicht verneinen uns so h&#252;pft er schnell wieder zur&#252;ck ins Restaurant und bringt mir ein frisches Glas selbstgemachte Mango-Konfi. Ich bedanke mich und nehme mir vor, nicht zu vergessen, Barbara mal ein Glas von meiner selbstgemachten Marmelade mitzugeben. Wahrscheinlich ist f&#252;r ihn Brombeer oder Himbeerconfi genau so exotisch, wie f&#252;r mich seine Kreation.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2070\" title=\"Day-18---Sunset\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Sunset.jpg\" alt=\"\" width=\"430\" height=\"328\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Sunset.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/01\/Day-18-Sunset-300x228.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p>Zuhause gibts dann noch den obligaten Kaffee und ich schaffs mal wieder vor dem Schlafen gehen, meine Berichte abzuschliessen.<\/p>\n<p>Gute Nacht Nungwi, gute Nacht Nungwianer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich wache auf, weil ich aufs Klo muss und durstig und leicht verkatert bin. 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