{"id":214,"date":"2006-11-05T00:36:13","date_gmt":"2006-11-04T23:36:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=214"},"modified":"2006-11-06T11:05:02","modified_gmt":"2006-11-06T10:05:02","slug":"winterwanderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2006-214\/winterwanderung\/","title":{"rendered":"Winterwanderung"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"Federispitz\" id=\"image222\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/federispitz.jpg\" \/><br \/>\nDas war ja mal wieder ein Bergerlebnis der Sonderklasse. Die phantastischen Herbsttage mit besten Wanderbedingungen hab ich vorbeiziehen lassen ohne meine Wanderschuhe nur einmal zu kn&#252;pfen. Irgendwie kam immer was dazwischen. Diese Woche platzte mir der Kragen und so entschloss ich mich am Mittwoch eine Vorwinter-Wanderung auf den Speer zu machen. Gestern Abend noch schnell bei Ruedi vorbei ne Impr&#228;gnierung f&#252;r meine Scarpas holen. Und das iss ja n&#8217;Ding. Silicon-Irgendwas, das man aufs feuchte Leder appliziert. Aber hallo, da f&#252;rchtet sich aber das Wasser m&#228;chtig davor, zieht sich vor Angst auf dem Schuh zu kleinen K&#252;gelchen zusammen und kullert runter, wie ich das bis jetzt nur auf einem frisch polierten Auto gesehen hab. Geiles Zeug!<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/66391969@N00\/sets\/72157594363134676\/\">Bilder, Karte und Profil.<\/a><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nRotti hat sich am Donnerstag noch spontan eingeklinkt und so trafen wir uns heute Morgen um 9 im HB. Zug nach Ziegelbr&#252;cke und mit dem Bus hoch nach Amden. Das wir uns auf ein Abenteuer einliessen war uns klar, denn bis 1300 Meter hatte es schon runtergeschneit. Aber das machte das Ganze nur spannender. Ich war noch nie um diese Zeit im ersten Schnee wandern. Geplant war der Speer oder Federispitz oder &#8230; so weit es einfach ging. Ein erster Punkt, wo wir uns entscheiden mussten welche Route wir gehen wollten war auf der unteren Ch&#228;seren (1328 m). Hier standen wir schon im Schnee. Es war erstaunlich mild, stahlblauer Himmel, phantastisches Wetter. Jacke und Fliess waren schon lang im Rucksack, T-Shirt und Thermoshirt drunter gen&#252;gten locker. Der direkte Weg auf den Federispitz schien uns zu tricky und zu steil im Schnee, der Weg zum Speer alles in allem zu lang und zu weit, so w&#228;hlten wir eine Route &#252;ber die Furggen (1669 m), ein kleiner &#220;bergang. Der Weg war kaum ausfindig zu machen. Manchmal lugten noch die rot-weissen Markierungen auf gr&#246;sseren Steinen aus dem frischen Schnee hervor, aber wir gingen meist Querfeld zum Pass hoch. Oben angekommen dann freie Sicht aufs ganze Linthtal, das Glarnerland und den Z&#252;richsee. Auf dem kleinen Grat oben am Pass machten wir kurz halt und kraxelten noch ein bisschen rum. Tolle Landschaft, spitzer Grat und bizarre Schneegebilde klebten an der einen Seite der Kiefern. Der Schnee war immer pulvrig und leicht, konnte die Temperatur also kaum &#252;ber Null Grad sein, zum laufen wars aber perfekt.<br \/>\nTrotz den nicht ganz einfachen Bedingungen entschlossen wir uns den Federispitz noch in Angriff zu nehmen, mussten aber erst wieder absteigen und der nordwestlichen Bergflanke folgen. Danach gings wieder hoch. Auch hier von Wanderwegen oder irgendwelchen Spuren im Schnee weit und breit nix zu sehen. Manchmal konnte man den Pfad erahnen, aber pl&#246;tzlich merkten wir wieder, dass wir davon abekommen sind. Die Zeit lief uns dann aber davon und wir kamen auch nicht so schnell voran, wie auf den Markierungen angegeben war.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" id=\"image216\" alt=\"Federih&#252;tte Rotti\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/federihuette_rotti.jpg\" \/><\/p>\n<p>So machten wir auf der Oberen Federi bei einer kleinen H&#252;tte nach 14 Uhr Mittagsrast. Die T&#252;re war noch offen und so konnten wir uns trockene St&#252;hle rausholen und uns in die Sonne setzen. Freie Sicht auf Linthtal, Gl&#228;rnischmassiv und weit hinten war die Rigi und wahrscheinlich auch der Pilatus noch zu sehen. Und unserer Rechten immer der Blick auf den Z&#252;richsee, bis weit hinauf. Laufen gibt warm. Umso erstaunter waren wir, als das Thermometer vor der H&#252;tte grade mal 4 Grad anzeigte. So war das T-Shirt trotz Sonne bald mal nicht mehr warm genug und Fasi und Jacke waren schnell wieder angezogen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"Federih&#252;tte Pierre\" id=\"image215\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/11\/federihuette_pierre.jpg\" \/><\/p>\n<p>Da die Zeit nun nicht mehr auf den Gipfel reichte entschlossen wir uns abzusteigen. Aber nat&#252;rlich verloren wir mal wieder den Weg und landeten auf einer Felsnase. Schnell merkten wir, dass es hier wohl nicht mehr weiter ging, &#252;berraschten daf&#252;r eine ganze Herde Gemsen. Nach kurzer Beratung und Kartenstudium kehrten wir wieder um, bis dorthin, wo wir den Aufstieg vermuteten. Wir kletterten im Schnee und zwischen B&#252;schen hoch und standen dann irgendwann auch tats&#228;chlich wieder auf dem richtigen Pfad. Ein letztes Mal auf dem Grat des Federispitzes nochmal die Aussicht geniessen und dann 1300 Meter absteigen. Hoppla, wenn man ein Weilchen nicht mehr gelaufen ist, h&#228;ngt das ganz sch&#246;n an. Und der Abstieg ist gemein und unendlich steil. Freu mich schon auf&#8217;s hinderschi Treppenlaufen am Montag&#8230; Viertel nach F&#252;nf waren wir wieder am Bahnhof Ziegelbr&#252;cke. Beide m&#228;chtig stolz auf das kleine Schneepl&#228;uschchen und das Abenteuer. Meine Schuhe waren zwar dreckig wie sau, aber trocken. Ich frag mich seitdem nur, was zum Donnerwetternochmal sich die Frauen da in ihre Br&#252;ste f&#252;llen. Na ja egal, ist wohl nicht so wichtig. Und solang das Zeug meine Schuhe trocken bin ich bekennender Silikon-Fan. Bei den meisten silikonbehandelten Frauen h&#228;lt sich die Begeisterung doch eher in Grenzen. Huch, wenn die w&#252;ssten was dieses Teufelszeug auf meinen Wanderschuhen macht &#8230; Ups komm glaub vom Thema ab.<\/p>\n<p>Aber ein Fazit nach diesem Tag kann ich ziehen: Wandern im ersten Schnee rockt definitiv! Herrlich wie wenig Leute in den Bergen sind. Die Ruhe ist unbeschreiblich und der wenige jungfr&#228;uliche Schnee, deckt noch nicht alles unter sich zu. Einfach speziell und ungewohnt oder unbekannt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das war ja mal wieder ein Bergerlebnis der Sonderklasse. Die phantastischen Herbsttage mit besten Wanderbedingungen hab ich vorbeiziehen lassen ohne meine Wanderschuhe nur einmal zu kn&#252;pfen. Irgendwie kam immer was dazwischen. Diese Woche platzte mir der Kragen und so entschloss ich mich am Mittwoch eine Vorwinter-Wanderung auf den Speer zu machen. 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