{"id":510,"date":"2009-03-02T13:33:52","date_gmt":"2009-03-02T12:33:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2009-510\/iglubau-2009\/"},"modified":"2009-04-28T23:38:39","modified_gmt":"2009-04-28T22:38:39","slug":"iglubau-2009","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2009-510\/iglubau-2009\/","title":{"rendered":"Iglubau 2009"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2009\/03\/iglu_loschopf.jpg\" alt=\"Iglu Loschopf\" \/><\/p>\n<p>Geplant war f&#252;r dieses Weekend eine Nacht im selbstgebauten Iglu. Dummerweise mussten wir die Geschichte um eine Woche verschieben, weil Nadja arbeiten musste und f&#252;r Karin und Felice das ganze etwas zu kurzfristig war. Die Prognosen mit Fr&#252;hlingstemperaturen und Sonne pur waren dann aber so verlockend, dass ich das Weekend nutzten wollte um eine sch&#246;ne Location f&#252;rs kommende Wochenende zu suchen. Ich hatte schon immer den Wunsch auf dem Weg zum H&#252;enerchopf ein Iglu zu bauen, weil mir die Gegend hier so gut gefiel und im Hinterkopf wusste ich auch schon ungef&#228;hr wo das sein sollte. Also machte ich mich auf den Weg, packte alles n&#246;tige ein, fuhr Samstagfr&#252;h nach Vermol und stieg 2 Stunden mit Snowboard und den n&#246;tigen Bau-Utensilien im Rucksack Richtung H&#252;enerchopf auf. Ich fand dann auf dem Loschopf (wird wohl Los-Chopf und nicht als Lo-Schopf betont &#8230; ;-) ein Traum-Grundst&#252;ck. Auf 1800 Metern hoffentlich hoch genug, damit der Schnee noch eine Woche h&#228;lt, mit freier Sicht auf die ganze Churfirstenkette, weit hinein ins Rheintal und die B&#252;ndner Berge.<\/p>\n<p>So und wem meine Ausw&#252;chse hier mal wieder zu lange werden, der kann sich <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/finkenmann\/sets\/72157614598663211\/\">die Bilder hier angucken<\/a>. Hatte leider nur mein iPhone dabei und die Fotos so gut wie m&#246;glich aufbereitet. Samstags bei Sonnenschein wars noch ok, aber Sonntag ohne Sonne&#8230; phweehh&#8230; schaut selber ;-)<\/p>\n<p><!--more-->Das Wetter war phantastisch und schon nach 10 Minuten Aufstieg entledigte ich mich der Jacke und lief im T-Shirt weiter. Am Ziel angekommen, konnte ich es nat&#252;rlich nicht lassen und machte mich gleich an die Arbeit. Oben auf dem kleinen Gipfel lag zuwenig Schnee, aber in einer Senke dahinter fand ich die idealen Bedingungen. Hier lag &#252;ber 1,5 m lockerer Schnee und das Gel&#228;nde war sch&#246;n eben. Also schnell mal den \u00abGrundriss\u00bb des Iglus festtreten und dann eine ca. 4x4m grosse Fl&#228;che verdichten, um dort sp&#228;ter die Schneebl&#246;cke auss&#228;gen zu k&#246;nnen. Dann musste ich mal dringend Pause haben. Der Aufstieg war doch beschwerlich und dieses Jahr bin ich alles andere als fit. Sandwich essen, heissen Tee aus der Thermoskanne und dann weida!<\/p>\n<p>Den Boden des Iglus musste ich nochmal richtig stampfen, denn bei &#252;ber einem Meter Schnee sackt man pl&#246;tzlich wieder ab, wenn man ohne Schneeschuhe den Boden stampft. Und nat&#252;rlich soll auch alles sch&#246;n eben sein, wenn man hier mal schlafen m&#246;chte. In der Mitte wird die Lawinensonde gesetzt, eine Repschnur drum um den Kreis in den Schnee zu zeichnen. Ich w&#228;hle einen Radius von einem guten Meter. Inzwischen hatte sich der Schnee im Steinbruch gen&#252;gend gesetzt, um die ersten Bl&#246;cke zu schneiden. Super: Der Schnee ist Eins-A und man kann herrlich grosse Bl&#246;cke herauss&#228;gen. So baue ich bis nach 16 Uhr am Iglu und schaue mir mein Werk in der immer noch warmen Abendsonne an. Der Platz ist ne Wucht und das Bauen macht richtig Spass. Aber nat&#252;rlich komme ich an diesem Tag nicht mehr ans Ziel, breche also ab, packe all meinen Kram wieder zusammen, schnall mein Board an und fahre wieder hinunter nach Vermol.<\/p>\n<p>Sonntags wollte ich dann noch etwas lernen, aber nat&#252;rlich liess mir mein Schneehaus auf 1800 Metern &#252;ber Meer keine Ruhe. Um 7 dreh ich mich nochmal um und schlafe weiter, aber irgendwie juckts mich einfach zu fest und als ich um halb 8 nochmal aufwache steh ich doch auf, denn die Prognosen f&#252;r den heutigen Tag sind zwar nicht mehr allzu gut, aber f&#252;r die Ostschweiz heisst es doch, Morgens noch teilweise Sonnig und erst gegen Abend Niederschlag. Also doch ganz gute Bedingungen um den Bau zu vollenden. Also schnell gepackt, ins Auto und nochmal hoch nach Vermoll. Meine Glieder schmerzen noch vom gestrigen Tag, die Blase am Fuss ist verarztet und der m&#252;hsame Aufstieg beginnt von neuem. Wieder entledige ich mich meiner Jacke nach nur 10 Minuten aufstieg um den weiteren Weg im T-Shirt hochzulaufen. Nach gut 2 Stunden erreiche ich wieder meinen Bauplatz, richte mich ein und fahre mit dem Iglubau fort. Das Problem, wenn man alleine baut ist, dass man irgendwann nicht mehr aus dem Iglu rauskommt, denn man baut ja um sich herum die Wand hoch. Der Eingang wird erst am Ende gegraben. Also muss ich erst mal so viele Bl&#246;cke wie m&#246;glich s&#228;gen und die alle im Iglu oder auf den bereits gebauten W&#228;nden irgendwie deponieren, solang ich noch &#252;ber die letzte, etwas niedrigere L&#252;cke steigen kann. Ziel ist es, mit diesen Bl&#246;cken das ganze Iglu fertigzustellen um am Ende dann von innen den Tunnel nach aussen zu graben. An der Aussenseite hebe ich schon mal den gut einen Meter tiefe Graben bis an die Mauer aus. Der Boden ums Iglu ist schon dermassen verdichtet, dass ich schon um einen Pickel froh w&#228;re, aber mit viel Kraft schaff ichs dann doch, den Eingangsgraben auszuheben.<\/p>\n<p>Die Zeit l&#228;uft mir davon, aber trotz allem geht der Bau gut von der Hand. Der Schnee ist phantastisch, die Bl&#246;cke lassen sich hervorragend verarbeiten und halten auch gut. Die gebunkerten Bl&#246;cke reichen fast aus, nur ein kleines Loch im Dach bleibt noch offen. Das Ganze ist aber inzwischen stabil genug, um den Graben in die Freiheit zu graben und so buddle ich mich unter der Mauer durch um \u00abdraussen\u00bb die letzten Bl&#246;cke zu s&#228;gen, welche das Dach noch schliessen sollen. Zum Ende hin, wird der Iglubau ein richtiges Puzzle, denn mir rechteckigen Bl&#246;cken geht hier nichts mehr. Alle Ecken m&#252;ssen den gegebenen Formen angepasst werden. Oft bleibt von einem riesigen Block am Ende grade mal noch ein Drittel oder Viertel seiner urspr&#252;nglichen Gr&#246;sse, weil man soviel abschneidet und versucht die Form den Gegebenheiten anzupassen. Ganz am Schluss kommt dann der Deckel drauf den man von Oben in die verbleibende Form einzupassen versucht und aufsetzt. Kurz vor F&#252;nf hab ichs geschafft, der Deckel passt (fast) perfekt und die letzten L&#252;cken werden mit Schnee gestopft. Ich zw&#228;nge mich durch den engen Gang immer wieder nach draussen, schaufle den vielen Schnee der sich durch die \u00abSchnitzereien\u00bb an den Bl&#246;cken im Iglu angesammelt hat in den Tunnel um ihn aus dem Iglu zu bringen. Zuviel darf man da aber nicht reinschmeissen, sonst kommt man ja selber nicht mehr raus&#8230; ;-) Alles ziemlich kompliziert. Aber die H&#252;tte steht und wirkt sehr stabil. Wenn nun n&#228;chste Woche nicht der Sommer kommt und auf 1800 Meter alles wegschmelzen l&#228;sst, sollte mein Iglu noch stehen. Dann gibts noch ein Dach &#252;bers Eingangstunnel und der ganze Bau wird dann nochmal sch&#246;n \u00abverputzt\u00bb und auf Hochglanz poliert ;-)<\/p>\n<p>M&#252;de aber zufrieden schnall ich um viertel nach F&#252;nf mein Brett an und kurve &#252;ber den schweren, halbgefrohrenen Sulz zur&#252;ck ins Tal. Keine wirklich tolle Abfahrt, bei Pulverschnee aber sehr zu empfehlen. Dort steht mein Audi mutterseelen allein auf dem Parkplatz, wo am Morgen kein Fleckchen mehr frei war, weil die vielen Tourenfahrer und Schneeschuhl&#228;ufer sich jede nur m&#246;gliche Nische geschnappt und zugeparkt hatten. Hoffen wir auf tolles Wetter am n&#228;chsten Wochenende und darauf, hier vielleicht ein kleines Igludorf oder zumindest noch einen sch&#246;nen Anbau f&#252;r alle abenteuerlustigen Iglu-&#220;bernachter zu bauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geplant war f&#252;r dieses Weekend eine Nacht im selbstgebauten Iglu. 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