{"id":823,"date":"2010-01-11T12:54:43","date_gmt":"2010-01-11T11:54:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=823"},"modified":"2010-01-11T13:13:40","modified_gmt":"2010-01-11T12:13:40","slug":"reise-durch-die-letzten-eiszeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2010-823\/reise-durch-die-letzten-eiszeiten\/","title":{"rendered":"Reise durch die letzten Eiszeiten"},"content":{"rendered":"<p><strong><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-824\" title=\"24-lake-manapouri\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-lake-manapouri.jpg\" alt=\"24-lake-manapouri\" width=\"432\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-lake-manapouri.jpg 432w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-lake-manapouri-300x171.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><br \/>\nTag 24, Donnerstag, 7. Januar<br \/>\nManapouri, Doubtful Sound, Invercargill<\/strong><\/p>\n<p>Viertel vor Sieben klingelt uns Nadjas Handy aus dem Schlaf, es regnet in Str&#246;men. Eile ist angesagt, wir m&#252;ssen um 8 unten am Pearl Harbour sein und f&#252;r die gebuchte Tour in den Doubtful Sound einchecken.\u00a0 Scheint, als h&#228;tten wir f&#252;r einmal wirklich Pech mit dem Wetter, aber eine Tour, die 275 Dollar kostet, l&#228;sst man nicht einfach sausen, weils tr&#252;b ist und regnet. Also schnell die Bettw&#228;sche zusammenfalten, Kaffee kochen und husch ein Honigbr&#246;tchen reinschieben. Strom ab, Wasser auff&#252;llen, alles Verstauen und runter an den Hafen. Eineinviertel Stunden haben grad so gereicht, um aufzustehen, zu fr&#252;hst&#252;cken, alles zu verstauen und unser fahrendes H&#228;uschen f&#252;r die Weiterfahrt parat zu machen. F&#252;r die gel&#246;sten Tickets erh&#228;lt man nun Boarding-Karten, ich weiss nicht wirklich wieso, ich denke man k&#246;nnte ja einfach beim einsteigen sein Ticket zeigen, aber vielleicht finden die real Journeys Veranstalter eine Boarding Card einfach sexier. Der Regen hat zu unserer &#220;berraschung kurz nachdem wir aufgestanden sind aufgeh&#246;rt. Beim einsteigen scheint uns gar die Sonne ins Gesicht, aber rundherum ists noch ziemlich dunkel. So besteigen wir mit ca. 40 anderen Touris das Boot.<br \/>\nUm in den Doubtful Sound zu gelangen muss man erst den ganzen Manapouri Lake &#252;berqueren. Am Ende des Westarms wird man in einen Bus verfrachtet, der einen zuerst in die Underground Power Station bringt, dann &#252;ber einen kleinen Pass f&#252;hrt und hinunter zur Deep Cove bringt. Erst dort beginnt der Doubtful Sound und eine gut dreist&#252;ndige Bootsfahrt bis zur M&#252;ndung ins offene Meer.<br \/>\nSchon die &#220;berfahrt von Manapouri zum Westarm ist ein Erlebnis. Das Boot ist recht schnell und man hat die M&#246;glichkeit aufs Oberdeck zu gehen. Dort oben hat man eine phantastische Sicht auf die steil abfallenden Berge die dicht bewaldet sind. Der Wind bl&#228;st einen manchmal fast vom Deck, aber das macht richtig Spass. Der Kapit&#228;n ist zugleich auch Guide und erkl&#228;rt auf der &#220;berfahrt dies und das. Der Lake Manapouri liegt ca. 180 Meter &#252;ber Meeresspiegel und ist ein nat&#252;rlicher Stausee mit einer maximalen Tiefe von 440 Metern.<br \/>\nDas Kraftwerk, deren Besichtigung der Maschinenhalle Teil der gebuchten Tour ist, wurde in den 60er Jahren gebaut. Der Bau sollte zur Energiegewinnung f&#252;r ein Aluminiumwerk in Bluff dienen und die ersten Pl&#228;ne sahen vor, den nat&#252;rlichen Stausee um zus&#228;tzliche 30 Meter anzuheben. Umweltsch&#252;tzer und Einheimische wehrten sich aber erfolgreich dagegen. Das Kraftwerk selbst ist in den Berg gebaut. Die Turbinenhalle liegt noch 6 Meter &#252;ber Meeresspiegel und hat sieben Generatoren. Die Wassersammlung ist am Ende des Westarms und Druckleitungen f&#252;hren das Wasser &#252;ber 170 Meter hinunter auf die Turbinen. Von dort f&#252;hren zwei 10 Kilometer lange Tunnels das Wasser dann in den Doubtful Sound.<br \/>\nWir steigen also vom Boot in den Bus, der uns in einem langen spiralf&#246;rmigen Tunnel hinunter zur Maschinenhalle f&#228;hrt. Dort k&#246;nnen wir aussteigen und einen Blick von einer Plattform in die riesige Halle werfen. Ein Guide erz&#228;hlt bisschen was, aber ich bekomme nichts mit, da es ziemlich laut ist. Danach gehts zur&#252;ck in den Bus, den Tunnel wieder hoch an Tageslicht, auf einer Gravelroad &#252;ber den Wilmot Pass und dann hinunter zur Deep Cove, wo ein grosser moderner Katamaran bereit steht und die ganze Gruppe an Bord nimmt. Ein zweiter Bus folgt ein paar Minuten sp&#228;ter und wirft nochmal gut 40 Touris aus. Die Kapazit&#228;t des Kats fasst aber sicher doppelt soviele Leute.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-825\" title=\"24-doubtful-sound\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-sound.jpg\" alt=\"24-doubtful-sound\" width=\"432\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-sound.jpg 432w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-sound-300x170.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p>Ein neuer Guide begr&#252;sst die Gruppe und die Reise durch das beeindruckende Fjord, bzw. Sound beginnt. Das Wetter ist bedeckt, aber zumindest sind die Berge nicht in Nebel geh&#252;llt. Von Deep Cove bis zur M&#252;ndung ins offene Meer sinds ungef&#228;hr 40 Kilometer. Man hat die M&#246;glichkeit aufs Vorder- oder Oberdeck zu gehen. Dort bl&#228;sts einen wieder fast weg. Ich hab manchmal fast das Gef&#252;hl, wie beim Fallschirmspringen. So stark bl&#228;st einem der Wind ins Gesicht. Die Aussicht hier draussen ist atemberaubend. Die Sounds wurden durch Gletscher gebildet, die in meherern Eiszeiten immer wieder bis zum Meer vordrangen, wieder schmolzen und wieder wuchsen. Dadurch wurde diese bizarre Landschaft gebildet. Wir befinden uns hier in einer der regenreichsten Zonen der Welt. In Manapouri betr&#228;gt die durchschnittliche Regenmenge pro Jahr gut 1100 mm, am Westarm schon 3700 mm und in der Deep Cove beachtliche 5290 mm. Muss mal schauen wieviel Z&#252;rich hat und werd das hier bei Gelegenheit noch einf&#252;gen.<\/p>\n<p>Der Regenwald rutscht an diesen steilen Abh&#228;ngen immer mal wieder ab. Seis durch Erdbeben, die hier nicht selten sind, oder alte B&#228;ume die umst&#252;rzen und alles mitreissen. Weil die Gletscher die Felsen so abgeschmirgelt haben rutscht auch gleich alles mit, wenn sich ein St&#252;ck mal in Bewegung setzt. Erstaunlich ist, dass diese Schneisen von selber nach hundert Jahren wieder komplett regeneriert sind. Auf der Fahrt sehen wir verschiedene solcher Abrutsche und der Guide zeigt uns einen, der ca. 4 Jahre alt ist. Dieser Abrutsch ist schon wieder ganz gr&#252;n und mit Farn und Moos bereits wieder &#252;berwachsen. Sehr eindr&#252;cklich. An der M&#252;ndung ins Meer stoppt dann das Boot kurz. Eine Seel&#246;wenkolonie lebt hier auf ein paar Felsen. Nat&#252;rlich knipsen alle Touris wie wild ihre Bilder f&#252;rs Erinnerungsalbum. Das Wetter schl&#228;gt von bedeckt und kalt auf Sturm um. Ein Hagelsturm fegt &#252;ber uns hinweg, als unser Kat sich auf den R&#252;ckweg macht. Wir machen dann noch einen kleinen Abstecher in den Crooked Arm und sehen sogar noch die Schwertflossen von zwei Delphinen. Das Boot bleibt f&#252;r einen Moment stehen und stellt die Maschinen ab um die Delphine nicht zu st&#246;ren und eine Chance zu haben, die Tiere wenigstens aus einiger Entfernung zu sehen. Na ja, viel ist das nicht, aber immerhin&#8230; ;-)<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-826\" title=\"24-doubtful-last\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-last.jpg\" alt=\"24-doubtful-last\" width=\"432\" height=\"269\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-last.jpg 432w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-doubtful-last-300x186.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p>Auf dem R&#252;ckweg stellt sich dann langsam der Regen ein. Nur noch wenige Regenfreie Momente, aber das st&#246;rt nicht weiter. Alles in allem hatten wir eine phantastische Tour und Regen ist hier das vorherrschende Wetter, Sonne und blauer Himmel die Ausnahme. Die Bustour zur&#252;ck ist dann sehr relaxed und nicht nur ich nicke immer wieder ein. Alles in allem ein recht teurer Ausflug, aber toll organisiert und sehr interessant erkl&#228;rt, weil die Guides ihren Job verstehen und sehr viel auf der ganzen Tour erz&#228;hlen und erkl&#228;ren und immer auch ein offenes Ohr f&#252;r Fragen haben. Kurz nach 5 sind wir dann zur&#252;ck in Pearl Harbour und machen uns dann auch gleich auf den Weg Richtung Invercargill. Fast die ganze Strasse von Manapouri bis Invercargill ist eine Senic Route und wir durchqueren wieder wundersch&#246;ne Landschaften.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-827\" title=\"24-gueselseck\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-gueselseck.jpg\" alt=\"24-gueselseck\" width=\"432\" height=\"258\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-gueselseck.jpg 432w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/24-gueselseck-300x179.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 432px) 100vw, 432px\" \/><\/p>\n<p>Sehr abwechslungsreich und zu unserem Erstaunen, bei Sonnenschein, was die Gegend in ein phantastisches Licht r&#252;ckt. Sonne heisst hier aber nicht dass es war w&#228;re, denn der Wind bl&#228;st unerbittlich und ist bitterkalt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tag 24, Donnerstag, 7. 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