{"id":96,"date":"2006-06-21T19:48:14","date_gmt":"2006-06-21T18:48:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=96"},"modified":"2006-06-29T00:20:34","modified_gmt":"2006-06-28T23:20:34","slug":"ausbildungswoche-engadin-tag-3-mittwoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2006-96\/ausbildungswoche-engadin-tag-3-mittwoch\/","title":{"rendered":"Ausbildungswoche Engadin (Tag 3, Mittwoch)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" alt=\"Der erste Gletscher\" id=\"image95\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/06\/tag4.jpg\" \/><br \/>\nFertig mit \u00abausschlafen\u00bb bis 7 Uhr. Langsam kommen wir in den Alpinisten-Groove. Um 4 Uhr weckt mich Olav. Unser heutiges Tagesziel heisst Corn da Camp. Der Gipfel liegt nord&#246;stlich des gestern bestiegenen Corn da M&#252;rasciola auf der anderen Talseite und trohnt majest&#228;tisch hinter der Saoseoh&#252;tte. P&#252;nktlich um 5 laufen wir los. Es ist schon hell draussen, sodass wir auf Stirnlampen verzichten k&#246;nnen. Wir folgen im Val Mera dem markierten Wanderweg bis ca. 2500 Meter. Dort verlassen wir die markierte Route und schwenken nach rechts hoch. Erst dem Gletscherbach entlang, dann &#252;ber eine steile Felsplatte und weiter oben in einen Kessel der von Piz Paradisin, La Pala und Corn da Camp umschlossen wird.<\/p>\n<p>Keine Lust zum lesen? <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/66391969@N00\/sets\/72157594179067675\/\">Hier gibts die Bilder<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der erste Gletscher liegt vor uns. Zum ersten Mal schnallen wir Steigeisen und Gamaschen an. Als ich die Gamaschen kaufte, dachte ich nicht so richtig daran, dass ich die wirklich brauche, aber hier oben ist alles anders. Die ersten 200 Meter war der Gletscher schon aper, aber wenig sp&#228;ter sanken wir immer wieder h&#252;fttief ein. Werner war das etwas zu heftig und so kehrten wir nach einer m&#252;hsamen viertel Stunde nochmal um und versuchten es ein paar hundert Meter weiter oben am Gletscher nochmal. Da gings dann ein bisschen besser, aber weil der Schnee in der Nacht nicht mehr frohr, war er bis aufs Eis komplett durchgeweicht und immer wieder sackte man mit dem einen oder dem anderen Bein tief in den nassen Schnee. Manchmal war es gar nicht so leicht, das Bein wieder aus den Schneemassen rauszuziehen. Sven kann davon ein Lied singen. Er war unser \u00abBohrmeister\u00bb und ist permanent eingesackt. Und auf knapp 3000 Metern schnellt der Puls ziemlich schnell hoch wenn man sich immer wieder hochrappeln muss. Wir liefen wie tagszuvor auf dem M&#252;rasciola schon in zwei 3er-Seilschaften. Weil ich wohl meine Gamaschen zu Beginn nicht richtig geschlossen hatte, schwamm ich oben auf dem Gipfel dann in meinem linken Schuh. Vielleicht isser auch net ganz dicht, was aber nicht sein d&#252;rfte, sollte &#8230;<\/p>\n<p>Leider mussten wir unser Tagesziel auf den Gipfel neben dem Corn da Camp verlegen, da im Aufstieg zum Corn da Camp zuwenig Schnee lag und Werner meinte dass deshalb auch im oberen Teil die Steinschlaggefahr zu gross sei. Ich glaub es hat die ganze Gruppe etwas gewurmt, dass wir diese Herausforderung nicht annehmen konnten, denn das war es bestimmt. Wenn man sich die Aufstiegstraverse vom Gipfel des La Pala angeschaut hatte, wurde es einem schon ein bisschen lau in der Magengegend. Aber verzichten geh&#246;rt im Alpinismus zum t&#228;glichen Brot. Die Situation muss immer wieder neu eingesch&#228;tzt werden. Nu denn, so gingen wir dann eben auf den Pala. Oben am Ende des Firns &#252;ber ein kurzes, extrem steiles und sehr rutschiges Ger&#246;llfeld bis in den Sattel zwischen Paradisin und Pala und am Ende &#252;ber den Nordgrat &#252;ber grosse Steinbrocken hinauf zum Gipfel und zur wohlverdienten Mittagspause. F&#252;r den ganzen Aufstieg brauchten wir glaub ich f&#252;nfeinhalb Stunden. Von oben sieht man h&#252;bsch zum Berninamassiv oder auch der Piz Kesch mit seiner markanten Form ist gut sichtbar. Hinten runter schaut man auf den Violasee.<\/p>\n<p>Den Abstieg gehen wir direkter an und steigen &#252;ber ein grosses steiles und lockeres Schotterfeld aus grossen Steinbrocken in nordwestlicher Richtung direkt zum Gletscher ab. Nat&#252;rlich hat sich der Schnee in den letzten drei Stunden weiter aufgeweicht und wir werden vor weiteren Einsackern nicht verschont, was den Marsch immer wieder kurz unterbricht und man sich in der Seilschaft schnell bemerkbar machen muss, damit vorne oder hinten kurz gehalten wird, bis man sich wieder aus den tiefen L&#246;chern ausgebuddelt hat. Der weitere Abstieg ist dann nicht mehr weiter spektakul&#228;r und f&#252;hrt in einem gr&#246;sseren Bogen via Merapass dem Wanderweg folgend heim in unsere geliebte Saoseoh&#252;tte. Gegen 3 Uhr sind wir zur&#252;ck und alle sind h&#252;bsch m&#252;de. Klettergarten ist heute also f&#252;r niemanden mehr ein Thema und so geniessen wir den warmen sonnigen Mittag vor der H&#252;tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fertig mit \u00abausschlafen\u00bb bis 7 Uhr. Langsam kommen wir in den Alpinisten-Groove. Um 4 Uhr weckt mich Olav. Unser heutiges Tagesziel heisst Corn da Camp. 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