{"id":961,"date":"2010-06-28T14:51:41","date_gmt":"2010-06-28T13:51:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=961"},"modified":"2010-06-28T15:39:48","modified_gmt":"2010-06-28T14:39:48","slug":"churfirsten-adventure","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2010-961\/churfirsten-adventure\/","title":{"rendered":"Churfirsten Adventure"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-964\" title=\"blog-churfirsten\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/blog-churfirsten.jpg\" alt=\"blog-churfirsten\" width=\"430\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/blog-churfirsten.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/06\/blog-churfirsten-300x175.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p>Es war endlich mal wieder so weit. Ein pr&#228;chtiges Weekend war angesagt und da ich immer noch H&#246;henmeter laufen muss, um n&#228;chste Woche wenigstens einigermassen f&#252;r die Hochtourenwoche im Monte Rosa fit zu sein stand mal wieder ein Churfirsten Wochenende an. Am Samstag ging ich auf meine selbst entdeckte Grat-Tour, vom Leistchamm bis zum Sch&#228;ren. Auch wenn ich die richtigen Kletterstellen und Traversen inzwischen kenne und auch ohne Karte und GPS finde, ist dies doch immer noch eine sch&#246;ne Adrenalin Tour. Wirklich giftig sind oft die br&#252;chigen Felsen. Man muss wirklich bei jedem Handgriff zweimal pr&#252;fen, ob die Steine an denen man sich festhalten, oder drauf stehen m&#246;chte auch wirklich noch halten.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/finkenmann\/sets\/72157624372338500\/show\/\">Bilder wie immer bei flickr<\/a>, <a href=\"http:\/\/vimeo.com\/user4148948\/videos\/sort:alphabetic\">Videos vom Schn&#252;erliweg bei vimeo<\/a>. Und f&#252;r alle die Zeit haben, einfach weiter lesen.<\/p>\n<p><!--more-->Morgens um viertel nach Sieben startete ich von Arvenb&#252;hl und erklomm bei angenehmen Temperaturen recht z&#252;gig den Leistchamm. Nach einer kleinen Pause gings dann alles dem Grat entlang &#252;ber den Mittler Leistchamm, Hinter Leistkamm zum von weit her sichtbaren Steinmannli am Ausl&#228;ufer des Hinterleistkamm hinunter zur Gocht. Hier f&#252;hrt ein sehr ausgesetzter Wanderweg hinunter nach Quinten oder Walenstadtberg. Einer der wenigen &#220;berg&#228;nge vom Toggenburg an den Walensee. Nach der Gocht stieg ich dann wieder dem Grat entlang hoch bis zur Felswand vor dem N&#228;geliberg. Dort kann man &#252;ber ein Felsband um den Gipfel herum klettern, ein Couloir queren und ganz vorne an einem steilen Felsgrat auf einen Zwischengrat hochsteigen. Danach muss man eine steile Wiese queren und steht dann schon fast auf dem N&#228;geliberg. Von dort gehts dann meist einem einfachen Grasgrat folgend hin&#252;ber zu den beiden Gipfeln des Sch&#228;ren. Eine letzte kleine Kraxelei vor dem ersten Gipfel ist noch zu &#252;berwinden, aber im Vergleich zum bisher geleisteten, ein Klacks. Ich pr&#252;fte dann noch meinen Cache und freute mich, dass noch alles in Ordnung war. Den richtigen Abstieg vom Sch&#228;ren zur&#252;ck auf den Toggenburger H&#246;henweg hab ich noch nicht raus und so bin ich auch diesmal wieder &#252;ber ziemlich steile Stufen eher m&#252;hsam hinunter geklettert. Unten durchquert man eine paradiesische Schrattenkalk Gegend. Die Steine sind manchmal bis zu 2 Meter tief ausgewaschen und es ist ein richtiger Tanz auf den spitzen Steinen. Zur Zeit stehen die weissen Anemonen in Vollbl&#252;te. Ein herrliches Bild. Ganz bestimmt auch wundersch&#246;n, wenn die vielen Alpenrosen dort zu bl&#252;hen beginnen. Der weitere Abstieg zur&#252;ck nach Arvenb&#252;hl war dann wider erwarten nicht so anstrengend wie auch schon. Hat also doch schon etwas geholfen, dass ich die letzten beiden Wochenenden schon unterwegs war. Abends machte ich dann noch einen kurzen Abstecher nach Quinten. Wollte auch da kurz nach dem Cache schauen und eigentlich in der neuen Schiffl&#228;nde einen erfrischenden Wurst-K&#228;sesalat essen. War aber nix, die sind mit dem Umbau noch nicht fertig und er&#246;ffnen erst am 1. Juli. Nu denn, auch im Seehof wurde ich lecker verk&#246;stigt.<\/p>\n<p>&#220;bernachtet hab ich in Murg. Bewegte mich dort aber nur soviel wie unbedingt n&#246;tig um nichts schmutzig zu machen, denn ich hatte keine grosse Lust schon wieder zu putzen, nur weil man eine Nacht dort schl&#228;ft. Den Wecker klingelte um 5, was mir dann doch eine Spur zu fr&#252;h war und ich nochmal kurz einnickte. Danach gings dann aber zackig vorw&#228;rts: Fr&#252;hst&#252;ck, kurz &#252;ber alles mit einem feuchten Lappen dr&#252;ber, gepackt und Richtung Walenstadtberg gefahren. Heute stand ein lang gehegter Wunsch von mir auf dem Programm: Der Schn&#252;erliweg, unterhalb der Churfirsten. Hatte vor zwei oder drei Jahren mal davon geh&#246;rt und seit dort wie hypnotisiert vom Gedanken dieser einmaligen Tour. Der Schn&#252;erliweg quert unterhalb der Felsw&#228;nde von Ch&#228;serrugg, Vorderrugg und Schibenstoll in zum Teil sehr ausgesetzten Gel&#228;nde. Der Aufstieg war ziemlich beschwerlich. Ich parkte meinen Wagen am Paxmal und stieg &#252;ber den Sitzstein, Tschingla, Vals zum Ausgangspunkt des Schn&#252;erliwegs auf. Ich hatte von gestern ziemlich m&#252;de Beine und litt schon ziemlich, bis ich nur Vals erreichte. Dort nahm ich mir viel Zeit, vesperte ausf&#252;hrlich am einladenden Holztisch vor der H&#252;tte, bevor ich die letzten hundert H&#246;henmeter zum Einstieg beim Valsloch in Angriff nahm.<\/p>\n<p><object width=\"426\" height=\"240\"><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"movie\" value=\"http:\/\/vimeo.com\/moogaloop.swf?clip_id=12912116&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1\" \/><embed src=\"http:\/\/vimeo.com\/moogaloop.swf?clip_id=12912116&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=0&amp;color=00ADEF&amp;fullscreen=1\" type=\"application\/x-shockwave-flash\" allowfullscreen=\"true\" allowscriptaccess=\"always\" width=\"426\" height=\"240\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Ich dachte doch, dass man hier einen Trampelpfad sehen w&#252;rde, aber weit gefehlt. Man konnte grade mal erahnen, dass hier der Schn&#252;erliweg beginnen musste, denn oben war nur noch Fels und hier endete das Grasband. Also lief ich mal los, noch etwas verunsichert, ob ich wirklich auf dem richtigen Pfad war. Auf der ersten Graskanzel war ich dann sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Die Felsw&#228;nde hier unter dem Hinderrugg sind wirklich eindr&#252;cklich. Der \u00abWeg\u00bb aber doch einiges ausgesetzter als ich das aus den zuvor zusammengetragenen Beschreibungen gedacht hatte. Zum Teil muss man sich wirklich seine Tritte suchen und quert oft sehr abfallende Passagen. Nicht immer war mir dort oben wirklich wohl, aber da ich mich auch nicht in eine Sackgasse manovrierte blieb immer auch die M&#246;glichkeit zur Umkehr, falls es denn noch wilder werden sollte. Die Aussicht und die Route sind aber dermassen phantastisch, dass man einfach nicht umkehren will und schauen m&#246;chte, wie denn die Passagen mit den Seilen ausschauen. Oftmals war es kaum vorstellbar, wenn man dem weiteren Verlauf der Route folgte zu sehen, dass es &#252;berhaupt m&#246;glich sein sollte, auf diesem absch&#252;ssigen Grasband weiterzukommen. Aber es ging. Kurz vor dem Finale begegnete mir noch eine andere Gruppe, die den Weg in umgekehrter Richtung in Angriff nahm. Die ausgesetzte Stelle ganz am Ende fand ich dann eigentlich eine der einfachsten Stellen. Man hatte guten Halt und konnte sich am Sicherungsseil gut halten. Das einzige Gf&#252;rchige an dieser Stelle war einfach, dass es einfach neben dem Felsband senkrecht hinunter ging.<\/p>\n<p>Das Ende des Schn&#252;erliwegs befindet sich im Einschnitt zwischen Schiben- und Zuestoll. Ein wildes Tal, wo noch viel Schnee auf den Schotterfeldern liegt. Um wieder zum Ausgangspunkt zu kommen, musste ich um den Zuestoll laufen und dann &#252;ber Paliis Nideri wieder auf den Chlaffenboden abzusteigen. Also gings erst mal hinunter. Anfangs &#252;ber Schneefelder, dann &#252;ber riesige Schotter-Abh&#228;nge und schliesslich wieder durch ein phantastisches Schrattenkalk Gebiet. Dank GPS fand ich dann auch recht easy den richtigen Einstiegspunkt zu dem kurzen St&#252;ck wo man dem Wanderweg auf den Zuestoll folgen musste um im Brisital in die n&#228;chste L&#252;cke, die Paliis Nideri aufsteigen zu k&#246;nnen. Hier sah es ganz &#228;hnlich aus, wie zuvor beim Abstieg. Viel Schotter und immer noch viel Schnee im Talboden. Ein Felsband quert das ganze Tal, das man unterhalb umgehen muss um auf der anderen Talseite dann in einer steilen Flanke aufsteigen kann. Oben war ich dann ganz sch&#246;n m&#252;de und legte nochmal eine letzte Rast ein um mich vor dem steilen Abstieg nochmal zu st&#228;rken. Die Ketten die die steile Einstiegsstelle sicherten fand ich sofort und so machte ich mich nach der Pause an den letzten und langen Abstieg. Am Ende der ersten Kettenpassage l&#246;ste sich der Weg dann in nichts auf und ich folgte Instinktiv einfach mal wieder einem Felsband. War dann aber doch etwas verunsichert und musste Karten und Tourbeschrieb zur Hilfe nehmen, denn obwohl dieser \u00abWeg\u00bb sogar auf der Karte eingezeichnet ist, wars pl&#246;tzlich wieder ziemlich ausgesetzt und weglos. Aber ich machte alles richtig und der Weg folgte tats&#228;chlich diesen Felsplatten unterhalb des Zuestolls und zweigte dann nach vielleicht 100 Metern steil &#252;ber eine Felsnase in die Wiese ab. Danach quert man nochmal ein paar Couloirs, aber auf einem gut sichtbaren Pfad. Nach der dritten oder vierten Querung gehts dann extrem Steil hinunter auf den Boden von Chlaffenboden. Ein wundersch&#246;nes Hochtal unter den Felsw&#228;nden von Brisi und Zuestoll. Hier trifft man dann wieder auf den offiziellen Wanderweg und ist froh, mal wieder \u00abnormal\u00bb laufen zu k&#246;nnen. Meine Energie ist langsam verpufft, die F&#252;sse schmerzen und so nehm ich mir trotz allem den etwas l&#228;ngeren Weg &#252;ber Schrina-Obers&#228;ss in Kauf, damit ich nicht &#252;ber die steile Sitzstein Route absteigen muss. Es geht zwar nochmal ein paar Meter hinauf, aber ich hab ja Zeit und kanns gem&#252;tlich nehmen. Zum Gl&#252;ck ist unterwegs noch ein Brunnen und ich kann meine inzwischen leergetrunkenen Flaschen f&#252;llen. Wer hier oben unterwegs ist sollte immer genug zu trinken dabei haben. Mir reichten die 3 Liter bis hier gerade mal. Gegen f&#252;nf war ich dann zur&#252;ck beim Auto, l&#252;ftete hier erst mal die gef&#252;hlten 100 Grad heraus und setzte mich auf ein B&#228;nkchen beim Parkplatz, genoss nochmal die herrlich Aussicht von hier oben und h&#246;rte erfreut den Live Bericht vom Fussballspiel auf SWR1. Ein perfektes Wochende wurde mit diesem gut gespielten Achtelfinal der Deutschen wunderbar abgerundet. Ein Abenteuer und Wanderwochenende ganz nach meinem Gusto, obwohl es gerne mit jemandem geteilt h&#228;tte, aber ich dachte mir ein paar Mal unterwegs&#8230; Wem w&#252;rde ich sowas zutrauen, und was w&#252;rde ich mir f&#252;r Gedanken machen, wenn dabei was passiert? Hmm&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es war endlich mal wieder so weit. Ein pr&#228;chtiges Weekend war angesagt und da ich immer noch H&#246;henmeter laufen muss, um n&#228;chste Woche wenigstens einigermassen f&#252;r die Hochtourenwoche im Monte Rosa fit zu sein stand mal wieder ein Churfirsten Wochenende an. Am Samstag ging ich auf meine selbst entdeckte Grat-Tour, vom Leistchamm bis zum Sch&#228;ren. 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