{"id":974,"date":"2010-07-13T10:55:12","date_gmt":"2010-07-13T09:55:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=974"},"modified":"2010-07-13T11:46:21","modified_gmt":"2010-07-13T10:46:21","slug":"hochtourenwoche-monte-rosa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2010-974\/hochtourenwoche-monte-rosa\/","title":{"rendered":"Hochtourenwoche Monte Rosa"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-975\" title=\"zermatt\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/zermatt.jpg\" alt=\"zermatt\" width=\"430\" height=\"238\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/zermatt.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/zermatt-300x166.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><br \/>\nEine phantastische Woche im Hochgebirge ist schon wieder zu Ende.<\/p>\n<p><strong>Sonntag, 4. Juli: Anreise<\/strong><br \/>\nIch glaube kaum, dass ich mit dem Auto schneller in Zermatt bin als mit dem Zug. Die Verbindungen sind phantastisch und es steht ausser Diskussion die Anreise per Auto zu machen. Rotti gesellt sich zu mir und um viertel nach Drei erreichen wir sch&#246;n entspannt Zermatt. Ich muss erst mal in einen Sportshop, weil ich meinen Pickel vergessen habe. umpf&#8230; war mir schon in Z&#252;rich aufgefallen, als &#228;ltere Wanderv&#246;gel an ihren St&#246;ckchen an den Rucks&#228;cken rumzupften. Ohne Pickel geht auf den Gletschern nat&#252;rlich gar nix, aber so hatte ich daf&#252;r auch gleich die M&#246;glichkeit meine FlipFlops f&#252;r die Tage im Sportgesch&#228;ft zu deponieren. Die Strassen von Zermatt sind v&#246;llig &#252;berf&#252;llt. Schade, wirkt alles sehr hektisch. Wir spazieren durch Dorf und l&#246;sen die Bahntickets auf den trockenen Steg, wo wir noch CH treffen und dann in gut 30 Minuten zur Bruneggh&#252;tte aufsteigen. Neben all dem Hightech der Bergbahnen und den herumschwirrenden internationalen Touris, wirkt die H&#252;tte etwas verschlafen und von der Zeit vergessen. Wir geniessen den sonnigen Abend vor der H&#252;tte und danach das leckere Essen. Einige der Gipfel die wir in den n&#228;chsten Tagen besteigen werden k&#246;nnen wir schon ausmachen, andere bleiben uns noch verborgen. Das Matterhorn thront nat&#252;rlich auch &#252;ber Zermatt. Abends meist von Wolken umzogen, aber trotzdem meist zu sehen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/finkenmann\/sets\/72157624464354302\/show\/\">Bilder bei flickr<\/a>. Wer weiterlesen will&#8230; go for it!<!--more--><\/p>\n<p><strong>Montag, 5. Juli: Pollux, Castor<br \/>\n<\/strong>Um 6 stehn wir auf, essen Fr&#252;hst&#252;ck und steigen dann zur Station trockener Steg ab, wo Urs unser Bergf&#252;hrer noch zu uns st&#246;sst. Allerdings spuckt die Bahn vom Tal erst mal dutzenden von dr&#228;ngelnden Ski- und Snowboardfahrern aus, die alle auf die erste Bahn aufs Klein Matterhorn dr&#228;ngen. Ein paar vereinzelte Hochtoureng&#228;nger zw&#228;ngeln sich auch noch in die dritte Bahn, die wir dann auch alle gemeinsam besteigen k&#246;nnen und uns hoch oben auf 3817 Meter H&#246;he wieder ausspuckt. Lustig Station, die in den Gipfelfels gebaut ist. Man steigt aus der Bahn, geht durch einen langen Tunnel und tritt auf der R&#252;ckseite des Gipfels wieder ans Tageslicht. Vor einem tut sich eine riesige Gletscherebene auf. Die Skifahrer sind gleich weg und wir binden uns ins Seil und laufen los. Erst gem&#228;chlich am Breithorn vorbei, welches wir aus Zeitgr&#252;nden nicht besteigen. Nach einer guten Stunde stehen wir am Fusse des Pollux und w&#228;hlen dort die Direktroute auf den Gipfel. Eine ziemlich steiler Schneehang, der aber schon sch&#246;n gespurt ist. Der Pickel wird nun auch zum ersten Mal richtig gebraucht. Die Hangneigung wird gegen Ende des Aufstiegs so steil, dass man sich richtig hochpickeln muss. Ich merke, dass noch nicht alle Muskeln gut trainiert sind und diese extrem steilen Flanken, viel Kraft in den Waden brauchen die mir fehlt. Bevor mir aber die Spucke ganz aus geht, stehn wir oben auf dem Gipfelgrat, wos dann etwas gem&#228;chlicher bis ganz oben geht. Phantastischer Rundblick auf 4092 m.&#252;.M. Absteigen k&#246;nnte man mit etwas Felskletterei auch &#252;ber den Ostgrat, wir bevorzugen aber unsere steile Aufstiegsroute. Die Tritte sind fest und wir k&#246;nnen so z&#252;gig wieder absteigen. Der n&#228;chste Gipfelaufstieg ist schon in unserem Blickfeld. Die Spur auf den Castor war schon vor dem Aufstieg und vom Gipfel zu sehen. Sieht steil und lang aus&#8230; ist es auch. Aber wir sind alle noch frisch und gehens an. Dieser Gipfel ist nochmal gut 100 Meter h&#246;her als der Pollux und die Rundumsicht auch hier wieder atemberaubend. Ein kurzer Halt mit Berggipfelerkl&#228;rungen von Urs. Mir geht das leider immer gleich wieder aus der Birne raus, also konzentrier ich mich meist gar nicht allzu sehr auf die Erl&#228;uterungen. Irgendwie fehlt mir da immer auch etwas das Vorstellungsverm&#246;gen, welche Gipfel jetzt in welcher Richtung sind.<\/p>\n<p>Die Sellah&#252;tte sieht man schon vom Gipfel aus, aber f&#252;r den Abstieg gehts erst mal dem Ostkamm entlang zum Felikjoch hinunter. Dann in grossem Bogen wieder zur&#252;ck und hinunter zur H&#252;tte. Dort ist schon ziemlich Betrieb und ein sehr internationales V&#246;lkchen von Hochtoureng&#228;ngern tummelt sich vor der H&#252;tte. Ich bin ziemlich kapputt und etwas &#252;berrascht, wie stark mich diese erste Etappe schon erm&#252;det hat. Mag kaum mehr sprechen und leg mich dann auch f&#252;r einen l&#228;ngeren Mittagsschlaf hin. Abends tau ich dann wieder etwas auf, aber ich sp&#252;r meine Beine und bin froh, als wir uns um 10 dann hinlegen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-976\" title=\"liskamm\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/liskamm.jpg\" alt=\"liskamm\" width=\"430\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/liskamm.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/liskamm-300x167.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p><strong>Dienstag, 6. Juli: Il Naso, Liskamm<\/strong><br \/>\nFr&#252;hst&#252;ck gibts um halb F&#252;nf. Wir sind ready f&#252;r die zweite Etappe und ziehen p&#252;nktlich los. &#220;ber den Felikgletscher steigen wir wieder hoch, am Felikhorn vorbei und in grossem Bogen Richtung Il Naso. Es bl&#228;st ein &#252;berraschend kalter und b&#246;iger Wind an diesem Morgen und im zum Teil extrem steilen Aufstieg auf den Il Naso Gipfel bl&#228;sts uns manchmal fast aus der Flanke. Gut hab ich ein paar Kilo mehr auf den Rippen, die bietem den B&#246;en sch&#246;n Paroli. Der Aufstieg &#252;ber diese steile Wand macht meinen Waden wieder M&#252;he und ich muss Urs um ein etwas gem&#228;chlicheres Tempo beten. Es zieht ziemlich. Man kann sich einen solchen Aufstieg in etwa so vorstellen, wie wenn man eine Leiter an einen Apfelbaum stellt und hochsteigt. In der einen Hand hat man den Pickel, den man in den harten Schnee rammt. Wenns dann ganz steil wird, hakt man sich mit dem Pickel richtig in den Schnee und nutzt den Schaft als Griff um sich daran zu halten. Im Unterschied zur Leiter am Apfelbaum ist man hier ersten mal in etwas gr&#246;sserer H&#246;he und zweitens ist der Aufsiteg hier ca. 200 Meter lang, was dann doch schon mal in die Waden geht ;-) Il Naso liegt dem Liskamm s&#252;dlich vorgelagert. Auf dem Gipfel sehen wir schon den weiteren Tourverlauf. Nach kurzer Pause, weil zu kalt und zu windig steigen wir gleich wieder steil ab. All die m&#252;hsam erk&#228;mpften H&#246;henmeter machen wir wieder zunichte und queren dann auf etwa 4000 Metern den Lysgletscher und steigen zum Lisjoch auf. Vor uns reihen sich die vielen 4000er auf, die uns die n&#228;chsten Stunden und Tage immer begleiten werden. Der Grat auf den Liskamm beeindruckt mich ziemlich. Sieht sehr steil und ziemlich ausgesetzt aus. Aber es gibt nix zu meckern und am kurzen Seil steigen wir ein. Die Verh&#228;ltnisse sind immer noch gut, der Schnee sch&#246;n durchgefrohren und hart. Trotz allem ist der Aufstieg lang und zum Teil recht adrenalinig, sprich ausgesetzt. Aber zum runtergucken hat man ja eh keine Zeit, also sch&#246;n langsam Schritt f&#252;r Schritt dem Grat folgend bis zum Gipfel auf 4527 m. Ein kleines Kreuz markiert den Ostgipfel des Liskamms. Zwei weitere Seilschaften sind auch noch unterwegs. Die einen kommen vom Westgipfel und machten die ganze Liskamm-&#220;berschreitung, wir und einen andere Dreierseilschaft steigen wieder auf der gleichen Route ab. Die letzten Meter vor dem Lisjoch werden dann etwas m&#252;hsam, weil hier der Schnee schon sehr aufgeweicht ist und die ganze Sache sehr instabil und rutschig wird. Die Steigeisen greifen im tiefen Sulz nat&#252;rlich nicht mehr richtig. Aber wir kommen alle mit ein paar Ausrutschern und kleinen Strauchlern nach etwa 3 Stunden wieder heil im Joch an. Eine weitere gute Stunden ben&#246;tigen wir dann noch f&#252;r den Abstieg in die Gnifettih&#252;tte auf gut 3600 Metern. Der Schnee ist um die Mittagszeit hier \u00abunten\u00bb schon ziemlich faul und der Abstieg eher m&#252;hsam, weil rutschig und tief. Ziemlich m&#252;de erreichen wir die H&#252;tte. Trotz allem f&#252;hl ich mich besser als gestern und bin nicht ganz so platt, obwohl wir heute l&#228;nger unterwegs waren. Die H&#252;tte ist ganz praktisch eingerichtet und wir beziehen f&#252;r die n&#228;chsten zwei N&#228;chte unseren eigenen Viererschlag. Die W&#228;rme auf 3600 Metern ist erstaunlich. Im T-Shirt geniessen wir die Mittagsssonne auf der Terrasse und lassen unsere Blicke &#252;ber das pr&#228;chtige Alpenpanorama schweifen.<\/p>\n<p><strong>Mittwoch, 7. Juli: Ludwigsh&#246;he<\/strong><br \/>\nEigentlich w&#228;r heute der Aufstieg in die Margheritah&#252;tte geplant gewesen, weil sie aber ausgebucht ist, &#228;ndern wir die Pl&#228;ne und bleiben f&#252;r einen weitere Nacht hier in der Gnifettih&#252;tte. Alternative w&#228;r ein H&#252;ttenwechsel in die Monte Rosa H&#252;tte, welche aber f&#252;r den Aufstieg auf die Dufourspitze fette 1800 H&#246;henmeter bedeuten w&#252;rde. Das ginge vielleicht auf 3000 Metern, aber f&#252;r uns Jungs auf dieser H&#246;he ausser Diskussion. So legten wir heute einen Plaisiertag ein. Um f&#252;nf gings los Richtung Ludwigsh&#246;he. Urs setzte ein ganz nettes Tempo ein, welches Rotti dann mal etwas entschleunigen musste. F&#252;nf Minuten sp&#228;ter h&#228;tt ich wohl auch interveniert. Es war ein bitterkalter Morgen mit permanent starkem Wind. Ohne alle Kleidungsschichten inkl. Handschuhe und M&#252;tze ging gar nichts. Ich hatte zum ersten mal kalte F&#252;sse und die Handschuhe waren grad noch knapp an der Grenze um mich vor dem Kuhnagel zu bewahren. Vor dem Grat der Ludwigsh&#246;he schien uns dann zum ersten Mal die Sonne ins Gesicht, was aber nicht etwa mit etwas mehr W&#228;rme belohnt worden w&#228;re, denn die trug der heftige Wind mit sich fort. Der Aufstieg auf die Ludwigsh&#246;he, war dann noch ein Klacks und nach kurzem Aufstieg &#252;ber den Grat standen wir auf dem Gipfel. Zu Ehren nat&#252;rlich von CH&#8217;s Frau, welche den M&#228;dchennamen Ludwig tr&#228;gt. An Pause war bei diesen garstigen Bedingungen nicht zu denken, obwohl der Himmel wolkenlos war. So stiegen wir Richtung Corno Nero ab. Diesen Gipfel h&#228;tt ich gerne noch schnell erklommen. Oben steht eine weisse Madonna anstelle eines Gipfelkreuzes. Aber Rotti war m&#252;de und hatte heute keine Energie f&#252;r weitere Aktionen. So liessen wir diesen Gipfel bleiben und stiegen ab, bis wir vor der Vincentpyramide einen gesch&#252;tzten Platz f&#252;r eine Verpflegungspause fanden. Danach gings dann z&#252;gig zur&#252;ck in die H&#252;tte. Der Abstieg war ein Genuss, da der Schnee um diese Zeit noch sch&#246;n hart war. Den Rest des Tages verbummelten wir gem&#252;tlich auf der H&#252;tte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-977\" title=\"gletscherwelt\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/gletscherwelt.jpg\" alt=\"gletscherwelt\" width=\"430\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/gletscherwelt.jpg 430w, https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/07\/gletscherwelt-300x225.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 430px) 100vw, 430px\" \/><\/p>\n<p><strong>Donnerstag, 8. Juli: Zumsteinspitze<br \/>\n<\/strong>Geplant w&#228;re eigentlich die &#220;berschreitung der Zumsteinspitze mit anschliessendem Aufstieg auf die Dufourspitze geplant gewesen, aber wir entschieden uns, wegen der nicht optimalen Verh&#228;ltnisse die Dufourspitze bleiben zu lassen. Die Route ist nicht gross gesichert und sehr ausgesetzt. Und da von den letzten Schneef&#228;llen noch viel Schnee in der Felswand lag, was die Sicherung und Trittsuche erschwerte, liessen wir&#8217;s bleiben. So gings also um 5 los, mit dem Ziel Zumsteinspitze. Den Aufstieg bis zur Ludwigsh&#246;he kannten wir ja von den Tagen zuvor schon gut. Der Liskamm ist hier eh der stetige Begleiter, der hier eigentlich immer zu sehen ist. Eine sch&#246;ne Querung Richtung Signalkuppe und Zumsteinspitze brachte uns bis kurz vor den Gipfel. Die Temperaturen heute wieder im angenehmeren Bereich. Der Aufstieg auf die Zumsteinspitze war dann recht easy&#8230; wie eigentlich die meisten der 4000er die hier so rumstehen. Die Rundumsicht auf dem Gipfel war atemberaubend. Im Tal eine Nebeldecke und oben raus alles in strahlendem Sonnenlicht. Man sieht von hier eigentlich den kompletten Alpenbogen. Unglaublich sch&#246;n. Tja und das wars auch schon&#8230; :-( Ich wollte noch nach einem Geocache auf dem Gipfel suchen, aber die Geduld von Urs ist da nicht sehr gross und weil wir nat&#252;rlich alle angeseilt waren, konnte ich da auch nicht alleine bisschen rumkraxeln und suchen. Nat&#252;rlich fanden wir die Box nicht, weil ich auch keine Spoilerbilder dabei hatte, die mir bei der Suche geholfen h&#228;tten. So stiegen wir dann nach einer Minute suchen wieder ab. Na ja, dann fehlt mir halt der h&#246;chstegelegene Cache der Schweiz, auch wenn ich wahrscheinlich einen Meter daneben gestanden hatte. Der Abstieg f&#252;hrte dann um die Zumsteinspitze herum und &#252;ber den Grenzgletscher hinunter in die neue Monte Rosa H&#252;tte. Ein eindr&#252;ckliches hochmodernes Haus, dass wie ein Kristall in der Hochalpinen Umgebung auf einer grossen Felsnase zwischen dem Grenz- und Gornergletscher liegt. Wir waren noch zeitig genug unterwegs, dass wir den Abstieg noch einigermassen gut erwischten ohne allzu gross im weichen Schnee einzusinken. Die letzten 30 Minuten auf dem Gletscher waren aber schon etwas m&#252;hsam. Den Rest des Tages genossen wir draussen auf der Terrasse, bis uns die Sonne einfach zu heftig die Birne verbrannte mit Jassen und Wasserhaushalt wieder in Ordnung bringen.<\/p>\n<p><strong>Freitag, 9. Juli: Abstieg Zermatt<br \/>\n<\/strong>Fr&#252;hst&#252;ck um 7. Ist wie ausschlafen ;-) Ich schlief zum ersten Mal diese Woche wie ein Murmeltier. 2800 Meter ist ja keine H&#246;he mehr ;-) Wenn ich mich an die erste Nacht in der Gandeggh&#252;tte erinnerte wo ich kaum einen Minuten schlaf gefunden hatte, wars hier einfach herrlich. Jede Nacht hatte ich etwas besser geschlafen und hier nun wirklich echt gut. Wir freuten uns alle wieder, dass es wieder essbares Brot gab. Sch&#246;n, wieder in der Schweiz zu sein. Auch wenn das Essen auf den italienischen H&#252;tten gut war, das Brot, dass man dort zum Fr&#252;hst&#252;ck serviert bekommt ist einfach nicht von dieser Welt. Trockener weisser Karton, mit tiefgefrohrener Butter, die nur L&#246;cher in diese fade und noch zu wenig gesalzene Masse reisst und einem beim Konfi draufschmieren dann nat&#252;rlich &#252;ber die H&#228;nde lappert und sie verklebt. Also, lecker Brot und Kaffee und dann gings &#252;ber den H&#252;ttenweg zur&#252;ck zum Rotenboden. Toller Abstieg &#252;ber den Gletscher, der eigentlich ohne Steigeisen geplant war, aber er war so rutschig und aper, dass ich irgendwann mal die Geduld verlor und mir die Steigeisen von zuunterst aus dem Rucksack zog und sie mir anschnallte. Danach gings dann wieder z&#252;gig voran ohne Eiertanz &#252;ber die glitschigen Eisschollen. Alles in allem ein imposanter und sehr sch&#246;ner H&#252;ttenweg bis Roterboden mit vielen phantastischen Aussichten hinunter auf die Gletscher und zur&#252;ck ins Monte Rosa Massiv und den allzeit sichtbaren Liskamm. Auch Pollux und Castor sind von hier unten wieder sch&#246;n zu sehen. Ich entschied mich dann unterwegs, nicht mit der Gornergratbahn ins Tal zu fahren, sondern den herrlichen Tag auszunutzen und zu Fuss abzusteigen. So verabschiedete ich mich bei der Bahnstation dann spontan von meinen Freunden und zog gem&#252;tlich weiter. Erst am Riffelsee vorbei, wo die Japaner von der nahe gelegenen Bahnstation in Rudeln herumst&#252;rmten und das Matterhorn im spiegelnden Seelein zu Tode knipsten. Danach wurds aber ruhig und recht einsam. Ein wundersch&#246;ner Weg brachte mich ins Tal. Dank Geocaching fand ich wohl auch den sch&#246;nsten Weg (Gletschergartenweg) hinunter ins Tal. Vorbei an unglaublichen Blumenwiesen. H&#228;tte gerne alles fotografiert, w&#228;re dann aber heute noch nicht unten. Hier bl&#252;hte wahrlich alles, was nur bl&#252;hen kann, inklusive Edelweiss. Unten im Talboden besuchte ich noch den Gletschgarten. War zwar ziemlich in den Br&#252;chen und schlich nur noch bergab, aber es lohnte sich. Ich durchschritt eine wundersch&#246;ne Landschaft und besichtigte noch die Gletscherm&#252;hlen im Gletschergarten. Sehr eindr&#252;ckliche, teils mehrere Meter tiefer L&#246;cher wurden hier ausgewaschen und sch&#246;n zug&#228;nglich gemacht. Da ich nicht mit einer so langen Tour gerechnet hatte, hatte ich nat&#252;rlich zu wenig Wasser dabei und war langsam am verdursten. Die letzten eineinhalb Stunden, bevor ich an einer Beiz vorbei kam, war ich mit leerer Flasche unterwegs. Als ich dann endlich die rettenden Sonnenschirme entdeckte, sp&#252;lte ich erst mal eineinhalb Liter Apfelschorle in mich rein. Die begleiteten mich dann gurgelnd f&#252;r die n&#228;chsten 3 Stunden und unterhielten meinen Bauch und Darmausgang pr&#228;chtig. Den letzten kleinen Abstecher, bevor ich dann wieder ins Gewusel von Zermatt eintauchte, war noch die Gornerschlucht. Nicht ganz so spektakul&#228;r wie andere begehbare Schluchten in der Schweiz, aber alleweil ein Besuch wert. Auch weil sie sch&#246;n von oben und unten her zug&#228;nglich und einfach zu durchwandern ist. Da zahlt man auch gerne die 4 Stutz Eintrittsgeld.<\/p>\n<p>Im Dorf f&#252;llte ich dann meine Wasserreserven nochmal auf und setzte mich dann in den zweiten Zug, der ins Tal fuhr. Den ersten liess ich ziehen, weil ich da in Bern h&#228;tte umsteigen m&#252;ssen. Da warte ich doch lieber bei angenehmen Temperaturen in Zermatt als im stickigen Berner Bahnhof.<\/p>\n<p>Es war wieder ein phantastisches Erlebnis im ewigen Eis und Schnee. Die Touren technisch recht easy, ohne jeglichen Klettereien. Das Highlight sicher der Aufstieg auf den Liskamm. Die meisten Gipfel sind hier wirklich einfach und brauchen wohl bei seri&#246;ser Vorbereitung bei guten Verh&#228;ltnissen keinen Bergf&#252;hrer. Bin gespannt, wo&#8217;s uns im n&#228;chsten Jahr hin verschl&#228;gt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine phantastische Woche im Hochgebirge ist schon wieder zu Ende. Sonntag, 4. Juli: Anreise Ich glaube kaum, dass ich mit dem Auto schneller in Zermatt bin als mit dem Zug. Die Verbindungen sind phantastisch und es steht ausser Diskussion die Anreise per Auto zu machen. 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