{"id":98,"date":"2006-06-22T20:29:58","date_gmt":"2006-06-22T19:29:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/?p=98"},"modified":"2006-06-29T00:31:42","modified_gmt":"2006-06-28T23:31:42","slug":"ausbildungswoche-engadin-tag-4-donnerstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/2006-98\/ausbildungswoche-engadin-tag-4-donnerstag\/","title":{"rendered":"Ausbildungswoche Engadin (Tag 4, Donnerstag)"},"content":{"rendered":"<p><img decoding=\"async\" style=\"float: left; margin-right: 10px\" alt=\"Gletscherausbildung\" id=\"image97\" src=\"http:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-content\/uploads\/2006\/06\/tag5.jpg\" \/>Heute steht der Umzug in die Diavolezza Bergstation und die Eisausbildung auf dem Morteratschgletscher an. Wir geniessen das letzte Fr&#252;hst&#252;ck in der Saoseoh&#252;tte. Bruno bringt unsere Rucks&#228;cke wieder zur&#252;ck zum Sfazu-Parkplatz. Wir marschieren ohne Gep&#228;ck los, r&#228;umen unten bei den Autos noch etwas um und fahren dann noch kurz nach Pontresina zum Kletterschuhe probieren und kleine Besorgungen machen. Ich habe eine furchtbare Entz&#252;ndung oberhalb des Kn&#246;chels am rechten Fuss die eigentlich nach einem Arzt schreit, aber ich hoffe dem &#220;bel mit einer Creme auf den Leib zu r&#252;cken. Die Blase die ich mir schon am zweiten Tag eingefangen hatte konnte ich dank speziellem Blasenpflaster von C\u00e9cile getrost vergessen. Aber die Entz&#252;ndung qu&#228;lte mich furchtbar. Tags zuvor war ich kurz davor die Tour abzubrechen, weil ich bei jedem Schritt solche Schmerzen hatte. Die Stelle lag 5 cm oberhalb des rechten Fusskn&#246;chels, von aussen war nichts ausser einer leichten Schwellung zu sehen. Es war weder eine Druckstelle vom Schuh noch von der Socke. Keine Ahnung, auf jeden Fall qu&#228;lte mich das Ding fast die ganze Woche. Also Creme kaufen und im Coop noch schnell den Tagesproviant aufstocken.<\/p>\n<p>Keine Lust zum lesen? <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/66391969@N00\/sets\/72157594179067675\/\">Hier gibts die Bilder<\/a>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Obwohl wir gestern schon mit den Steigeisen unterwegs waren wussten wir mit den Dingern noch nicht so umzugehen. Das war bei der einfachen Gletscher&#252;berquerung auch nicht n&#246;tig. Unser Trainingsgel&#228;nde war der apere Morteratschgletscher. Unten an der Gletscherzunge, die sich in den letzten hundert Jahren um fast zwei Kilometer zur&#252;ckgezogen hat, stiegen wir auf den Gletscher. Werner zeigte uns wie man mit den Steigeisen richtig l&#228;uft. Immer steiler gings hoch oder runter. Dies steigerte sich bis zu fast senkrechten Eisw&#228;nden, wo man nur noch mit Hilfe von 2 Eispickeln hoch kam. Aber des macht a Spass, mein Freund! Beim steil bergablaufen muss man sich zusammenkauern und das K&#246;rpergewicht nach vorne legen. Sieht bescheuert aus, geht ziemlich in die Knie und ist auch h&#252;bsch anstrengend. Beim bergauf laufen muss man immer die Versen nach hinten dr&#252;cken, damit alle 12 Zacken der Steigeisen sch&#246;n greifen. Dann gibts noch das Traversieren oder den &#220;bersetzungsschritt, der hilft das K&#246;rpergewicht mit den starken Oberschenkeln emporzudr&#252;cken, anstatt die Unterschenkel zu stark zu belasten.<\/p>\n<p>Das Wetter war um die Mittagszeit ein Weilchen lang ziemlich ungem&#252;tlich. Auf dem Gletscher blies ein heftiger und eiskalter Wind. Die Bernina war pl&#246;tzlich in dunkle Wolken geh&#252;llt, die sich auch noch auszuregnen begannen. Zum Gl&#252;ck wars nicht heftig und auch nicht sehr lange. Aber solche Situationen f&#252;hren einem immer wieder die schnellen Wetterwechsel in den Bergen vor Augen. Wir waren kaum mehr als 150 oder max. 200 H&#246;henmeter auf dem Gletscher aufgestiegen. Unten h&#228;tte man noch in den Badehosen rumlaufen k&#246;nnen, auf dem Gletscher packte jeder alle Jacken und Vliesse aus, die er dabei hatte. Handschuhe ebenso. Die F&#252;sse wurden auch langsam klamm. So ist das eben, da oben!<\/p>\n<p>Wir machten noch ein paar Anseil&#252;bungen, &#252;bten den Gebrauch von Eisschrauben und probierten eine T-Sicherung aus, bei der man einfach gesagt eine Scharte in T-Form ins Eis haut und dort eine Seilschleife zum sichern reinlegt. Und verdammt nochmal, das h&#228;lt! Das glaubt kein Mensch! Das h&#228;lt! Olav war mutig genug um den Test zu machen und sich an dieser Konstruktion abzuseilen.<\/p>\n<p>Auch dieser Tag war wieder schnell rum. Die Regenwolken hatten sich zwischenzeitlich auch wieder verzogen und so stiegen wir ab, fuhren danach auf den Berninapass hoch und parkten unsere Wagen an der Talstation der Diavolezzabahn. Oben bezogen wir unser neues Lager. Ein grosser Massenschlag, den wir f&#252;nf Kursteilnehmer grossz&#252;gig teilen durften, da sonst keine G&#228;ste hier waren. Nat&#252;rlich konnte die Diavolezza bei weitem nicht mit der romantischen Saoseoh&#252;tte mithalten, ich muss aber sagen, dass von den Bergstationen die ich schon besucht habe, die Diavolezza sicher eine der angenehmsten ist. Unser Gr&#252;ppchen freute sich auch wieder &#252;ber den Standard den man hier antraf. Im Nebenraum war eine Grossleinwand installiert und wir konnten noch ein H&#228;ppchen WM naschen. Japan &#8211; Brasilien spielte um neun und die erste Halbzeit fanden wir alle fulminant, schnell und spannend. Aber f&#252;r morgen war die Tagwacht auf 3:30 Uhr angesetzt, so dass keiner wirklich Lust und Mumm hatte, l&#228;nger aufzubleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute steht der Umzug in die Diavolezza Bergstation und die Eisausbildung auf dem Morteratschgletscher an. Wir geniessen das letzte Fr&#252;hst&#252;ck in der Saoseoh&#252;tte. Bruno bringt unsere Rucks&#228;cke wieder zur&#252;ck zum Sfazu-Parkplatz. Wir marschieren ohne Gep&#228;ck los, r&#228;umen unten bei den Autos noch etwas um und fahren dann noch kurz nach Pontresina zum Kletterschuhe probieren und [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=98"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/98\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=98"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=98"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.per-net.ch\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=98"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}